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Bauprojekt Bahnhofstrasse : Dänen punkten mit lockerer Fassade

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nördliche Bahnhofstraße: Das Preisgericht entscheidet sich für den Entwurf der Architekten von Adept aus Kopenhagen. Es geht um die Neugestaltung der Straßenfront zwischen Munketoft und Helenenallee.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 15:40 Uhr

Flensburg | Kopenhagen verweist Flensburg auf Platz 2: Den städtebaulichen Wettbewerb für die Bahnhofstraße hat das dänische Architekturbüro Adept gewonnen. Das Preisgericht gab gestern Abend seine Entscheidung bekannt und fand dabei auch lobende Wort für die Arbeit des Flensburger Büros Asmussen & Partner, das in der „Stichwahl“ den Kürzeren zog. Im Dezember konnte sich das Preisgericht noch nicht auf einen Sieger festlegen, sondern bat die beiden Erstplatzierten um Nachbesserungen.

Es geht um die Neugestaltung der Straßenfront zwischen Munketoft und Helenenallee. Die Stadt möchte hier eine durchgehende, mehrstöckige Bebauung realisieren, um einerseits neuen Wohnraum zu schaffen, und um andererseits den Charakter der Straße so zu verändern, dass eine urbane Erweiterung der Innenstadt hin zum Bahnhof entsteht.

Die beiden Entwürfe, über die das Preisgericht gestern zu befinden hatte, unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht sehr stark. Es dominiert die Fassade aus rotem Klinker, die mit denen der gegenüberliegenden Straßenseite korrespondieren. Beide sehen fünf Geschosse und eine Tiefgarage vor. Der wesentliche Unterschied liegt auf der Rückseite der Gebäude; dort hatten Asmussen & Partner weitere, kleinere Häuser mit Wohnungen vorgesehen und sind auch bei der Überarbeitung davon nicht abgewichen, sondern haben die Baumasse lediglich reduziert. Für das Preisgericht war das offenbar ausschlaggebend, wie die Vorsitzende Mirjana Markovic durchblicken ließ. Die Dänen stellen sich auf der Rückseite eine aufwendig gestaltete Grünanlage für die Bewohner vor (siehe Foto).

Die jungen Architekten von Adept hingegen haben die im Dezember noch vorgesehenen Laubengänge „weggeplant“ und sind zu inneren Gängen übergegangen; hier empfahl Markovic noch gewisse Überarbeitungen. Sie lobte vor allem die Lebendigkeit des Entwurfs und empfahl dem Bauherrn, diesen Entwurf für die Realisierung heranzuziehen.

Ob der Selbsthilfebauverein dieser Empfehlung folgen wird, steht in wenigen Tagen fest. Er muss nicht, wie Markovic versicherte. SBV-Chef Raimund Dankowski, der zum Preisgericht gehörte, suchte sofort nach der Entscheidung das Weite und ließ keine Präferenz durchblicken.

Architektin Dorte Børresen strahlte nach der Gratulation durch Mirjana Markovic. „Wir freuen uns sehr über die Chance, in Deutschland bauen zu können“, sagte sie. „Wir haben einen sehr guten Eindruck von Flensburg bekommen und hoffen, dass unser Entwurf jetzt auch realisiert werden kann und glauben, dass das ein tolles Haus wird.“

Der Umbau des kompletten Bahnhofsumfeldes ist das größte städtebauliche Projekt seit Jahren; es ist auf mehrere Jahre angelegt und umfasst den Bereich nördlich und nordöstlich des Bahnhofs. Mit dem Wohnhaus „Vividomo“ an der Straße Munketoft ist bereits der erste Baustein gesetzt. Daran schließt sich die Umgestaltung der Bahnhofstraße zwischen Munketoft und Helenenallee an.

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