Projekt für das Grenzland : Dänemark lässt Pläne platzen: Kein Haus der Minderheiten für Flensburg

<p>Idyllischer Kaufmannshof: Der Querspeicher hinten sollte das Haus der Minderheiten werden.</p>
Foto:
1 von 1

Idyllischer Kaufmannshof: Der Querspeicher hinten sollte das Haus der Minderheiten werden.

Nach langen Querelen dreht Kopenhagen den Geldhahn zu: Damit wird es kein Haus der Minderheiten geben.

shz.de von
10. Januar 2018, 14:00 Uhr

Flensburg | Sydslesvigsk Forening (SSF), der Bund Deutscher Nordschleswiger und die Organisation europäischer Minderheiten (FUEN) hatten einen Plan: In Flensburg sollte ein Haus der Minderheiten entstehen. Der SSF als Hauptorganisation der dänischen Minderheit hatte dazu schon 2016 das passende Gebäude präsentiert: Ein Packhaus neben Flensborg Hus. Auf deutscher Seite war der Jubel ebenfalls groß, es wurden bereits Gelder bewilligt. Doch nun ist der Traum aus.

Nach mehrmonatigen internen Streitigkeiten in der dänischen Minderheit teilte Dänemarks Kulturministerin Mette Bock am Dienstag den SSF-Vertretern Jon Hardon Hansen (Vorsitzender) und Jens A. Christiansen (Generalsekretär) in einem Treffen mit, dass von dänischer Seite keine Gelder fließen. Grund dafür ist laut Pressemitteilung, dass die gesammelte dänische Minderheit nicht hinter dem Projekt steht.

Damit fällt das Unterfangen, ein Informations- und Dokumentationszentrum zum Thema Minderheiten zu schaffen, das auch von den Bürgern der Stadt als Ort der Begegnung genutzt werden sollte. Jon Hardon Hansen teilte mit, dass er am Mittwoch dem Hauptvorstand von SSF vorschlagen werde, das jetzige Projekt einzustellen. „Nach einer Denkpause wollen wir später die Idee mit den dänischen Organisationen und der FUEN gerne wieder aufgreifen, wie wir ein solches Haus der Minderheiten realisieren können“, so Jon Hardon Hansen.

SSF war in den letzten Monaten von den anderen Verbänden in der dänischen Minderheit zunehmend für fehlende Information und Kommunikation kritisiert worden. Außerdem befürchteten die Verbände, dass das Projekt der dänischen Minderheit insgesamt Betriebsmittel kosten würde und verwiesen dabei an andere, bereits bestehende Gebäude, die für das Haus der Minderheiten geeignet seien. Der Umbau des Packhauses zu einem Haus der Minderheiten hätte etwa 2,7 Millionen Euro gekostet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen