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Für Studenten in Flensburg : Container für den Hochschul-Campus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weil das Land die für Flüchtlinge bestellten Module nicht mehr braucht, können Uni und Fachhochschule nun ihr Raumproblem lösen.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 12:39 Uhr

Es war in der Himmelfahrtswoche, als plötzlich die Kreissägen – mit behördlicher Sondergenehmigung – über dem Campus kreisten. Mitarbeiter des beauftragten Holländerhofs rodeten zunächst exakt jene Fläche, die im vergangenen Jahr für das Flüchtlingsdorf an der Osttangente vorgesehen war, nach einem Strategiewechsel im Innenministerium später aber wieder als Erstaufnahme verworfen wurde. Außerdem rodeten die Männer vom Holländerhof auf Fachhochschulseite eine größere Fläche südlich des Maritimen Zentrums, wo es im Herbst zum Beispiel noch Mirabellen zu ernten gab.

Da der wachsende Campus aus allen Nähten platzt und im Herbst nun auch noch der doppelte Abitur-Jahrgang an die Hochschulen drängt, hat die Landesregierung der Europa-Uni und der Fachhochschule (FH) als Übergangslösung kostenlos Container angeboten – und zwar jene Container, die das Innenministerium auf dem Zenit der Flüchtlingskrise im Spätherbst bestellt hat, nun aber nach Lage der Dinge nicht mehr braucht. Aus den Containern sollen für zwei Jahre Büros und Seminarräume werden. Es seien gemeinsam mit den Gebäudemanagern der GMSH noch etliche bauliche Fragen zu klären, sagt FH-Sprecher Torsten Haase: „Das Land stellt die Container auf, samt Strom und Wasser. Wir müssen die IT-Infrastruktur stellen.“ Geplant sei, die 15 Quadratmeter großen Container-Grundelemente zu 400 Quadratmeter großen Einheiten zu verbinden, die damit auch als Seminarräume genutzt werden könnten. Allein die Fachhochschule verbaue für die acht oder neun geplanten Einheiten zwischen 200 und 240 einzelne Container. Als zweiter größerer Containerstandort der FH ist der frühere Platz des Heilpädagogik-Instituts nahe der Campelle vorgesehen, weitere auf den Parkplätzen zwischen FH und Thomas-Fincke-Straße sowie hinter dem B-Gebäude der FH.

Allein mit zehn der 400-Quadratmeter-Einheiten plant nun die Europa-Universität: „Wir wären sonst mit etlichen Kollegen in das Telekom-Gebäude umgezogen“, sagt Uni-Kanzler Frank Kupfer – eine sehr viel teurere Lösung. So kommen in einer 400er-Einheit vier kleinere Seminarräume, je zwei Büros und ein Sanitärbereich unter. Die wachsende Europa-Uni zählt mittlerweile 87 Professorenstellen, rund 20 davon sind frisch besetzt oder gerade im Verfahren.

Die Uni plant insgesamt zehn Containereinheiten, allein sechs davon auf der ursprünglich für Flüchtlingsunterkünfte vorgesehenen Fläche an der Osttangente und eine südlich des Uni-Erweiterungsbaus. Aber auch auf den Parkplätzen vor dem Hauptgebäude könnten nach derzeitigem Planungsstand zwei Containergruppen aufgebaut werden. Ein weiterer Standort wäre zwischen Bibliothek und dem Südflügel des Hauptgebäudes. Kanzler Kupfer schätzt, dass die Uni ihre Gebäudeflächen mit der Containerlösung kurzfristig bis zum September um mehr als zehn Prozent steigern kann. Allein der doppelte Abijahrgang soll 200 bis 400 Erstsemester zusätzlich bringen. Damit könnte die Zahl der Erstsemester – zuletzt im Winter 1671 – in Richtung 2000 steigen, und der Campus insgesamt erstmals auf mehr als 10  000 Studierende wachsen.

Wie die Containerlösung den Campus ästhetisch verändern könnte, wollte Frank Kupfer gestern nicht spekulieren. Er nähert sich dem Container-Geschenk konstruktiv: „Wir werden das Beste daraus machen. “

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Studierendenzahlen

2014/15: 9200 (5044 Uni/ 4175 FH)

2015/16: rund 9200 (5130 Uni / mehr  als 4000 FH)

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