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Urteil : Comeniusschule: Schüler als Brandstifter verurteilt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Brüder wurden gestern für den Brand der Comeniusschule in der Nacht des 26. November 2013 zur Verantwortung gezogen. Um 4.30 Uhr stand der Lehrertrakt am Drosselweg in hellen Flammen, der Schaden bewegte sich im sechsstelligen Bereich. Gestern bekamen die beiden Brandstifter vor einer Jugendkammer am Landgericht ihr Urteil. Der heute 21 Jahre alte ältere Täter muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter, sein jüngerer Bruder (17) bekam zwei Jahre, die unter Auflagen drei Monate lang zur Bewährung ausgesetzt sind. Die Kammer gestern urteilte als Berufungsgericht. Ende vergangenen Jahres waren beide zu dreieinhalb Jahren bzw. zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. In der Berufung wurde das Strafmaß leicht gesenkt. Der ältere Bruder, der sich zusätzlich wegen Raubes verantworten musste, hatte schließlich auf die Berufung verzichtet. Sein Urteil ist rechtskräftig und er muss in Haft. Beide Verfahren wurden komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Die als schwierig geltenden Brüder hatte beide die ComeniusSchule besucht. Zum Zeitpunkt des Brandes war allerdings nur noch der 15-Jährige Schüler am Drosselweg. Neben dem kapitalen Brandschaden, der den Verwaltungs- und Lehrertrakt verwüstete, fanden die Ermittler der Kripo Hinweise darauf, dass die beiden Brandstifter zuvor ihren Aggressionen freien Lauf gelassen hatten. Durchtrennte Elektrokabel, zerstörte Fensterscheiben, verschüttete Chemikalien und schließlich die Brandstiftung hatten das erste Geschoss unbewohnbar gemacht. Der Unterricht fiel für mehrere Tage aus.

Auf die Spur der Täter war die Polizei aufgrund von Hinweisen anderer Schüler gekommen. Die Kripo hatte den 15-Jährigen zunächst in der Schule einen Besuch abgestattet und ihn danach in Anwesenheit seiner Eltern vernommen. Dort gestand er, dass er mit seinem Bruder in die Schule eingebrochen sei, um sie in Brand zu setzen. Den Brandbeschleuniger hätten sie bereits im Gepäck gehabt.

Die Polizei hatte damals schnell den Verdacht gehegt, die Brandstiftung könne aus der Schülerschaft stammen. Die Comeniusschule war vier Jahre zuvor aufwendig saniert worden – eine Alarmanlage wurde damals freilich nicht installiert. Der ältere Bruder war zu dem Zeitpunkt schon polizeibekannt. Während seines Gewahrsams im Zusammenhang mit de Brandermittlungen beleidigte er die Beamten, zeigte sich aggressiv und randalierte.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 07:48 Uhr

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