Schulreform : Comenius-Schule komplett erneuert

Bauherr und Nutzer: Ralf Ebelt (l.) nimmt für die Stadt Flensburg die Aufgaben des Bauherrn wahr, Schulleiter Thomas Nonn bereitet sich auf den Einzug seiner Schule vor.
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Bauherr und Nutzer: Ralf Ebelt (l.) nimmt für die Stadt Flensburg die Aufgaben des Bauherrn wahr, Schulleiter Thomas Nonn bereitet sich auf den Einzug seiner Schule vor.

Über ein Jahr stand das Gebäude der früheren Hebbelschule am Drosselweg leer. Nach Baumaßnahmen für 5,3 Millionen Euro bezieht die Schule am Montag die neuen Räume.

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22. Oktober 2009, 11:38 Uhr

Flensburg | Der Hof ist voll gestellt mit Fahrzeugen von Handwerksfirmen. Etliche Gewerke sind hier vertreten - ebenso wie im Gebäude der Comenius-Schule. Wo man auch hinschaut, wird geschraubt, gemalt, geputzt, Fußboden verlegt … Und hier sollen Montag 380 Schüler den Unterricht aufnehmen?

"Klar", sagt Ralf Ebelt, Abteilungsleiter bei den Kommunalen Immobilien im Rathaus. "Am Wochenende wird gearbeitet", fügt er hinzu. Das Gebäude im Norden der Stadt abseits der Bauer Landstraße ist ein Premium-Projekt der letzten beiden Jahre. Seit dem Sommer 2008 wird es fit gemacht für die neue Nutzung als Gemeinschaftsschule. Das heißt zum einen, dass hier künftig Ganztagsbetrieb mit Mittagsverpflegung läuft. Zum anderen wurde das Gebäude komplett erneuert, umgebaut und erweitert. Teile des Komplexes wurden abgerissen, Teile neu dazugebaut und alle Räume renoviert und mit neuen, farblich einheitlichen Böden und Schallschutzdecken versehen.

Herzstück der neuen Comenius-Schule ist der Multifunktionsraum mit Mensa und Küche, Bühne und Nebenräumen. Er hat Herzform und wurde vom Architekten Volker Düker in der Mitte des Gebäudekomplexes platziert; das Herz ist lindgrün, hat gerundete Formen und eine große Fensterfront, die auch an trüben Tagen den Raum mit ausreichend Licht versorgt. Ein Teil der Mensa liegt erhöht und kann als Bühne genutzt werden, allerdings als Bühne mit Geländer.
Neue Tore, neuer Fußboden, neue Naturwissenschaftsräume
Der eigentliche Umbau zur Gemeinschaftsschule mit der Mensa als Kern kostet die Stadt 4,3 Millionen Euro. Dazu gehören Abriss und Neubau einiger Räume und die Renovierung aller Räume. Dazu hat die Stadt die Gunst der Stunde - eine komplett freigeräumte Schule - genutzt und die naturwissenschaftlichen Räume komplett erneuert. Die gesamte, für diese Zwecke verfügbare Summe des Jahres 2008 wurde hierfür aufgebraucht; das waren rund 500 000 Euro, so Ebelt. Zudem mussten Sicherheitsmängel in der Sporthalle beseitigt werden; hier wurden ein neuer Fußboden verlegt, ein neuer Prallschutz an den Wänden eingebaut und die Tore erneuert. Die eingesetzten 380 000 Euro seien im Investitionsplan 2009 enthalten, so Ebelt.

Letzter Posten im Gesamtblock Comeniusschule sind 150 000 Euro aus dem Etat für Bauunterhaltung; mit dieser Summe seien seit längerem bekannte Mängel beseitigt worden. Macht alles in allem 5,33 Millionen Euro, die die Stadt für die Comenius-Schule investiert.

Darüber freut sich nicht zuletzt Schulleiter Thomas Nonn, der gespannt ist, wie die Schüler auf die Erneuerungen reagieren werden. "Die fünfte und sechste Klasse kennen das Gebäude noch gar nicht", sagte er gestern. Die ersten Tage nach den Herbstferien müssen erst einmal die Umzugskartons ausgepackt werden, die jetzt schon in den verschiedenen Räumen bereit stehen. Gewöhnen müssen sich die Schüler an den neuen Haupteingang, der vom Schulhof seitlich an den Verbindungsweg zwischen Drosselstraße und Finkenstraße verlegt wurde.

Trotz der großen finanziellen Kraftanstrengung bleiben Aufgaben bestehen: die energetische Sanierung der Altbauten, die Umgestaltung der Außenanlagen, der Bau einer weiteren Sporthalle.
Comenius-Schule
Die Comenius-Schule ist Flensburgs erste Gemeinschaftsschule; sie entstand zum Schuljahr 2008/2009 durch den Zusammenschluss der Hebbelschule (Real) und der Petrischule (Haupt). Derzeit werden an der Schule 380 Schüler unterrichtet, davon bislang allerdings nur die Klassenstufen 5 und 6 in der Gemeinschaftsschule. Während der aufwendigen Baumaßnahmen war die Schule im alten Gebäude der Petrischule an der Apenrader Straße untergebracht. Es ist noch nicht entschieden, was nach dem Umzug mit dem Gebäude geschieht.

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