Flensburger Köpfe : Christian V. - ein Flensburger auf dem dänischen Königsthron

Die Duburg - Geburtsort des Königs.
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Die Duburg - Geburtsort des Königs.

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18. August 2009, 06:12 Uhr

Flensburg | Christian V. (1646-1699), als ältester Sohn von Friedrich III. und Sophia Amalia in der einst auf der westlichen Höhe Flensburgs gelegenen Duburg geboren und auch in der Fördestadt getauft, herrschte von 1670 bis zu seinem Tode als König von Dänemark und Norwegen.

Die 1411 unter der Regie von Königin Margarethe I. erbaute Burg, die später nach dem Reichshofmeister Jens Due benannt wurde, diente dem Amtsmann des Amtes Flensburg als Sitz und wurde bei Bedarf vom königlichen Hofstaat genutzt, etwa anlässlich der Tagungen des schleswig-holsteinischen Landtages in Flensburg. Aber bereits 1523 soll sich die Burganlage laut Überlieferung in "elender Verfassung" gefunden haben. Dennoch diente sie König Friedrich III. zeitweise als Residenz. 1719 aber wollte König Friedrich IV. für dringend notwendige Reparaturen kein Geld mehr zur Verfügung stellen und gab die Anweisung, die Duburg abzureißen. Steine aus der Anlage fanden beim Bau des Flensburger Waisenhauses, dem heutigen Flensborghus in der Norderstraße, Verwendung.

Friedrich III. ist als ein Herrscher in die Geschichte eingegangen, der den Absolutismus in Dänemark und Norwegen begründete, eine politische Herrschaftsform, die in Norwegen über fast 150 und in Dänemark über 200 Jahre Bestand hatte. Doch hatte er es versäumt, seinen Sohn Christian auf dessen königliche Pflichten vorzubereiten. Erst kurz vor dem Tod Friedrichs III. 1670 wurde Christian in die Regierungsgeschäfte mit einbezogen.

So nimmt es wirklich nicht wunder, dass er in seiner - unmittelbar folgenden - Amtszeit stark auf Berater und Hofleute angewiesen war. Zwar regierte Christian V. bis zu seinem Tod immerhin respektable 29 Jahre, doch zeichnete er sich in seiner Regentschaft nicht durch herausragende Leistungen und Entscheidungen aus, sieht man einmal davon ab, dass er das "Danske Lov", das dänische Recht, erließ. König Christian V. besaß weder den Intellekt seines Vaters Friedrich III. noch den Fleiß seines Sohnes Friedrich IV., urteilen Historiker von heute.

In der Serie großformatiger Königsporträts im Bürgersaal des Rathauses wird auch an den in Flensburg geborenen Regenten Christian V. erinnert. Das Ölgemälde entstand im Jahre 1695 und wurde von dem Flensburger Maler Peter Boysen geschaffen.

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