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Landtagskandidaten in Flensburg : Christdemokrat in Bewegung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Letzter Teil unserer Porträtserie über die Landtagskandidaten: Arne Rüstemeier (CDU) ist mit dem E-Bike und gern mit Kamera unterwegs

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 12:33 Uhr

Arne Rüstemeier ist mit dem Radel da, mit einem E-Bike. Seinem Arbeitgeber, einem Telekommunikationsunternehmen, hatte er das Fahrradleasing offenbar erfolgreich schmackhaft gemacht. Einziger Haken: Helmpflicht. Doch rational wie Rüstemeier ist, sieht er Sinn darin. Aufs Rad gekommen sei er schon vorher, und auch das hat einen vernünftigen Grund: Durch die hohe Termindichte, die sein Kalender aufweist, habe er relativ wenig Bewegung, erklärt der 41-jährige Wirtschaftsinformatiker. Auf ein E-Bike schwingt man sich schon eher mal, dachte er sich und resümiert: „Die Rechnung ist bislang aufgegangen.“

Mit einem stabilen Schloss sichert Rüstemeier sein Gefährt am Geländer an der Kurzen Straße. Die hat sich der Landtagsdirektkandidat der CDU als Start für den politischen Spaziergang ausgesucht. „Wenn ich Leute zu Besuch habe, zeige ich ihnen gern diesen Ort“, sagt er, lässt das Tableau links liegen, schlägt den Weg in Richtung Jürgensby ein. Er mag die windschiefen Häuser, die Kapitänshäuser, die Blicke über die Stadt.

„Ich habe gern ein Ziel“, bemerkt er während der Wanderung, mit Gästen würde er sicher ein Café ansteuern. „Die Förde, das ist das, was Flensburg ausmacht“, sagt er beim ersten Aussichtspunkt mit Sicht über den Hafen. Arne Rüstemeier ist 1976 in Kiel geboren, aber bekennender Wahl-Flensburger, der Flensburg auch als Lebensmittelpunkt beibehält, sollte er nach Kiel gewählt werden. „Beim Kennenlernen hat mir die Tätigkeit im Supa geholfen“, erinnert sich der erste stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung. Vor Beschlüssen sieht er sich erstmal die Gegebenheiten an, das habe er sich von Kurt Neumann abgeguckt.

Politisch war er schon mit zwölf, als er in die Schüler-Union eintrat – nur „noch nicht mental gefestigt“. Mit 15 hatte er an der Bildungspolitik etwas auszusetzen, vertrat seine Schule im Landesschülerparlament und wurde mit 16 auch noch zur Bundesdelegiertenkonferenz entsandt. Dass er einziger Konservativer unter Linken war, kam dem Teenager suspekt vor. Die Debatte 1992 in Hannover hat der Christdemokrat als „hoch ideologisch“ in Erinnerung. „Mich nerven Ideologien. Das stört mich bis heute am Bildungswesen. Jeder meint, mitreden zu können, und jeder meint, zu wissen, was der beste Weg ist.“ Doch viele Wege führten zum Ziel; die Aufgabe eines Abgeordneten sei hier, die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten.

Seit 2012 ist Vorsitzender der Flensburger CDU. Vor mehr Verantwortung hat er keine Angst, aber Respekt. „Ich möchte auch viel bewegen“, sagt er und setzt auf Kommunikation. „Ich bin manchmal überrascht, was man erreichen kann, wenn man einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt.“ Er nennt viele Beispiele, als das vor Ort zum Erfolg führte.

Wieder wartet eine schöne Aussicht am Erlenweg. Rüstemeier selbst wohnt in einem Stadthäuschen von 1850, nennt es niedlich und kann sich über die zentrale Lage freuen. Und über den Architekten als Vorbesitzer, der einen Boden in der zweiten Etage durchbrochen und mit einer Galerie umsäumt hat. Auf einer Bank im Park erzählt er von Reisen und Familientreffen. Von seinen norddeutschen Eltern, dem Bruder in Hamburg, der Schwester in Norwegen. Die Geschwister treffen sich zumindest einmal im Jahr an irgendeinem Ort. Unterwegs kann Rüstemeier praktisch en passant seinem Hobby nachgehen, der Fotografie.

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