Charmanter Frauenversteher mit Durchblick

„Hauptproblem Kommunikation“: Carsten Höfer meint, das Sprachzentrum von Frauen sei autark. Denn Frauen reden von allein.
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„Hauptproblem Kommunikation“: Carsten Höfer meint, das Sprachzentrum von Frauen sei autark. Denn Frauen reden von allein.

Carsten Höfer erklärt im ausverkauften Kulturschuppen

shz.de von
16. Februar 2015, 18:39 Uhr

Einen selten vergnügten, herrlich entspannenden, brillant witzigen Abend erlebte, wer am Wochenende den ausverkauften Kulturschuppen der SPD in der Harrisleer Olen Möhl besuchte. Der Gentleman-Kabarettist und „Frauenversteher“ Carsten Höfer kam und sorgte für solche Nachfrage, dass erstmals drei Vorstellungen nicht ausreichten. Organisator Wolfgang Potztal hatte denn auch mit dem 27. September einen Zusatztermin in petto.

Unter dem Titel „Frauenversteher – Kabarett für alle, die entweder ein Mann oder eine Frau sind“ sprühte dem Publikum nonstop intelligent polarisierender Witz entgegen. Mit Charme und gentleman-like nie unter der Gürtellinie präsentiert der große schlanke Hüne mit dem Charakter-Glatzkopf Lösungsstrategien für Zuhause, Tipps und Tricks für das bessere Miteinander der Geschlechter. Unter nicht enden wollendem Lachen im Raum bietet Höfer „wissenschaftliche Exkurse“, knöpft sich das „Hauptproblem Kommunikation“ vor: „Fangen wir bei den Männern an, das ist einfacher und schneller erklärt.“ Ist klar, so lange bei ihnen die „Biernebenhöhle“ nicht gefüllt ist, ist das Sprachzentrum nicht aktiv. Frauen seien da anders: „Die reden von allein“, deren Sprachzentrum funktioniere autark.


Freiwilliges Familienmitglied mit Pflegestufe 3


Mimik- und gestenreich spielt Höfer die Szenarien genüsslich im Detail durch. Männer sind klar strukturiert, zeigen auf, wenn sie was sagen wollen, einer redet, alle hören zu. Und die Frauen? Die reden und bestellen gleichzeitig, erwarten interessierte Nachfragen. Multi- gegen Monotasking. „Männer professionalisieren: Wenn sie was machen, dann richtig.“ Eins auf mal: „Wollen wir nun fernsehen oder uns unterhalten?“

Auch Eltern kommen dran: Schließlich schaffen die sich freiwillig ein Familienmitglied mit „Pflegestufe drei“ an. Interaktiv, rasant und mit punktgenauer Beobachtungsgabe und Augenzwinkern plaudert sich Höfer durch den zwischenmenschlichen Alltag. Ein absoluter Genuss!

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