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Kommunalwahl : CDU stellt die stärkste Fraktion

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SPD und Grüne erzielen den größten Gewinn, die WiF liegt bei 15 Prozent. "Flensburg wählen" bleibt unter drei Prozent. Die Wahlbeteiligung ist weiter gesunken.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 08:10 Uhr

Flensburg | Die CDU hat die Kommunalwahl in Flensburg knapp gewonnen. Als 40 von 44 Wahlbezirken ausgezählt waren, lag die SPD noch vorn. Erst mit den letzten vier Bezirken setzte sich die Union an die Spitze und hatte am Ende 22,06 Prozent der Stimmen (2008: 20,52 Prozent). Die SPD folgte mit 20,68 Prozent (15,93 Prozent), gefolgt vom SSW mit 19 Prozent (22,0). "Wir in Flensburg" (WiF), die Sensationssieger von 2008 (22,3 Prozent), landeten bei glatt 15 Prozent, während die Grünen sich über 12,5 Prozent (7,3) freuten; zudem gewann mit Rasmus Andresen erstmals ein Grüner einen Wahlkreis in Flensburg. Die FDP mit 4,1 Prozent (4,6), Die Linke mit 3,7 (7,3) und die neue Wählerinitiative "Flensburg wählen" mit 2,9 Prozent landeten unter fünf Prozent; da bei der Kommunalwahl jedoch die Fünf-Prozent-Hürde nicht gilt, sind sie trotzdem mit zwei (FDP, Linke) beziehungsweise einem Vertreter ("Flensburg wählen") im neuen Rat dabei.

Betroffenheit und hier und da fast schon Entsetzen löste die nochmals gesunkene Wahlbeteiligung von nur 35,9 Prozent aus. Niemand hatte eine Erklärung dafür. "Das ist eine Katastrophe", sagte WiF-Fraktionschefin Erika Vollmer. "Da müssen wir alle dran arbeiten - durch noch mehr Information."

Durch den Sieg der CDU bekommt Flensburg voraussichtlich zum ersten Mal eine Stadtpräsidentin mit Migrationshintergrund. Schon vor der Wahl hatten CDU-Vertreter bekundet, Swetlana Krätzschmar, die 1954 in der UdSSR geboren wurde, als Stadtpräsidentin vorzuschlagen. Traditionell wird der Vorschlag der stärksten Fraktion dann auch gewählt. "Ich möchte den Flensburgern, die nicht aus Deutschland stammen, Mut zu noch mehr Teilhabe machen", sagte Swetlana Krätzschmar, die "ein bisschen überrascht" von dem guten Abschneiden der CDU war.

"Die SPD ist wieder da": Das war die erste Reaktion des Spitzenkandidaten Helmut Trost, nachdem fest stand, dass sich die Sozialdemokraten um fast fünf Prozentpunkte verbessert hatten. Die SPD sei wieder "eine gestaltende Kraft in Flensburg." Enttäuschung dagegen beim SSW: "Ich bin ein bisschen traurig", gestand die Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck und hatte keine Erklärung für den Verlust von drei Prozentpunkten. "Auch wir haben es offenbar nicht geschafft, unsere Stammwähler an die Urnen zu bringen", sagte sie selbstkritisch zur geringen Wahlbeteiligung in Flensburg.

Glatt 15 Prozent - damit sei sie "sehr zufrieden", bekannte Erika Vollmer (WiF). "Das sind jetzt keine Protestwähler mehr, sondern Menschen, die wir überzeugt haben, die sich mit unserer Politik befasst haben." Über ein "Super-Ergebnis" freute sich Ellen Kittel-Wegner, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Mit jetzt fünf Mandaten könne man die Arbeit auf mehr Schultern verteilen und freie Kapazitäten für mehr Kreativität nutzen. Außerdem hat sie jetzt einen Landtagsabgeordneten in der Fraktion: Rasmus Andresen, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion, schaffte das kleine Kunststück, den Innenstadt-Wahlkreis 11 direkt zu gewinnen. Die Mitarbeit in beiden Parlamenten sei "eine Herausforderung", bekannte er freimütig, die aber zu schaffen sei, wie andere Landtagsabgeordnete zeigen. "Aus dem Stand drei Prozent" sei kein schlechtes Ergebnis, meinte Christoph Mahnke ("Flensburg wählen"). "Unser Ergebnis entspricht nicht der Resonanz, die wir in unseren Gesprächen mit den Bürgern hatten", wunderte sich Kay Richert, Spitzenkandidat der FDP.

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