Westerholz : CDU-Fraktion tritt geschlossen zurück

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Stefan  Jepsen
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Stefan Jepsen

Streit um das Kürzen der Zuwendungen an die Feuerwehr, die Gestaltung der Außenanlage des neuen Gerätehauses und dessen Einrichtung führten zum Rücktritt der drei CDU-Mitglieder der Gemeindevertretung Westerholz.

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06. Dezember 2018, 18:08 Uhr

Westerholz | Ein in diesem Umfang vollkommen unerwarteter Vorgang schlägt hohe Wellen in Westerholz. CDU-Gemeindevertreter Lars Renken, zugleich Vorsitzender des Finanzausschusses, legte am 3. Dezember sein Mandat nieder. Zwei Tage später folgten ihm seine Fraktionsmitglieder Stefan Jepsen und Gabriele Caton. Damit besteht die CDU-Fraktion Westerholz nicht mehr.

Auslöser waren unterschiedliche Auffassungen über das Kürzen finanzieller Zuwendungen an die Feuerwehr, die Gestaltung und Pflege der Außenanlage des neuen Gerätehauses und dessen Einrichtung. Daraus erwuchsen atmosphärische Störungen zwischen Lars Renken, der auch Wehrführer der Ortsfeuerwehr ist, und Bürgermeister Bernd Ertzinger. Dessen fünfköpfige Fraktion der Wählergemeinschaft verfügt über die absolute Mehrheit der Sitze in der Gemeindevertretung.

Lars Renken hat nach eigenen Angaben mit seinen Rücktritt als Gemeindevertreter einen Schlussstrich unter die Vorkommnisse gezogen. Der Spagat zwischen dem Amt des Wehrführers einerseits und dem des Gemeindevertreters andererseits sei für ihn zu groß geworden. Die Querelen hätten sich schon so weit auf die Feuerwehr als Ganzes ausgewirkt, dass einige Kameraden den Austritt oder den Wechsel in eine andere Wehr erwogen hätten. Für ihn sei jetzt klar: „Mein Schwerpunkt liegt bei der Feuerwehr!“

Stefan Jepsen, bisheriger CDU-Fraktionsvorsitzender, beklagt in einer schriftlichen Stellungnahme, dass auf Lars Renken Druck ausgeübt worden sei, sein Mandat niederzulegen. „Das ist unter anderem bereits in den letzten Ausschusssitzungen deutlich geworden.“

Jepsen, der ebenfalls aktives Mitglied der Feuerwehr ist, bezeichnet seinen Rücktritt als Akt der Solidarität mit seinem Wehrführer. Er wirft dem Bürgermeister darüber hinaus vor, Gemeinde und Feuerwehr nicht zusammenzuhalten, sondern die aufgekommenen Fronten beständig zu verhärten.

Gemeindevertreterin Brigitte Andresen, „Einzelkämpferin“ für die SPD in der Gemeindevertretung, kann zwar den Rückzug von Renken nachvollziehen, den der beiden anderen aber nicht. „Das halte ich für eine unangemessene Überreaktion!“

Bürgermeister Bernd Ertzinger teilte auf Nachfrage mit, er werde sich gegenwärtig nicht zu dem Geschehen äußern. Stattdessen kündigte er eine Stellungnahme bei der Sitzung der Gemeindevertretung in der kommenden Woche an.

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