Mobil in Flensburg : Car-Sharing: Start mit 10 Autos

Mit dem Fahrrad zum Nachbarschaftsauto: (von links) Alexandra Schütte (Stadt), Thomas Menke (Nospa), Bürgermeister Henning Brüggemann, Ulrich Spitzer (IHK), Bela Bergemann (Aktiv-Bus) und Carsten Redlich (Cambio)
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Mit dem Fahrrad zum Nachbarschaftsauto: (von links) Alexandra Schütte (Stadt), Thomas Menke (Nospa), Bürgermeister Henning Brüggemann, Ulrich Spitzer (IHK), Bela Bergemann (Aktiv-Bus) und Carsten Redlich (Cambio)

Heute beginnt mit Hilfe des Klimapakts der zweite Versuch, das großstädtische Angebot in Flensburg zu etablieren.

Carlo Jolly. von
26. März 2015, 08:00 Uhr

Vielleicht war die Zeit damals für so ein (groß)städtisches Mobilitätsangebot noch nicht reif: Rund 15 Jahre nach einem ersten gescheiterten Erstversuch startet in Flensburg heute zum zweiten Mal ein Car-Sharing-Angebot. Mit insgesamt zehn Wagen an fünf überwiegend innerstädtischen Standorten startet das Angebot. Denn neben den interessierten Privatnutzern, von denen sich bereits 30 vor dem offiziellen Auftakt heute angemeldet haben, garantieren fünf große Unternehmen aus dem Umfeld des Klimapakts, dass nicht nur abends und am Wochenende Nachfrage ist: Nospa, Selbsthilfe-Bauverein, Aktiv-Bus, Industrie- und Handelskammer sowie der Arbeitgeber Stadt selbst haben bereits 300 registrierte Nutzer. Und das soll nur der Anfang sein. Nospa-Chef Thomas Menke berichtete, dass dieses Angebot allen 250 Vertriebsmitarbeitern im Flensburger Raum gemacht werde – ein Angebot, das für die Firmennutzer einen zusätzlichen Reiz bietet: Nach Dienstschluss und am Wochenende ist man bereits als Privatnutzer registriert.

Carsten Redlich, Prokurist des Hamburger Car-Sharing-Experten Cambio, berichtete, dass so ein System ausschließlich funktioniere, wenn man sowohl Firmennutzer tagsüber habe als auch genügend Privatpersonen, die die restlichen Zeiten nachfragen. Ohne den Partner Klimapakt Flensburg, seine Unternehmen und sein Netzwerk bis zur Anlaufstelle Mobilitätszentrale in der Holmpassage wäre das Unternehmen gar nicht erst in die 90  000-Einwohner-Stadt gekommen. „Wir fangen eigentlich erst ab 200  000 an“, erklärt Redlich.

Bürgermeister Henning Brüggemann hat sich vorgenommen, mit gutem Beispiel voranzugehen – nicht nur dienstlich als Vorsitzender des Klimapakts: „Im April läuft der Tüv meines Privat-Fahrzeugs ab. Ich werde versuchen, ohne eigenen Pkw zurechtzukommen“, kündigte der Bürgermeister an – und hofft auf viele Nachahmer: „Das ist ein Schritt hin zu weniger Fahrzeugen und mehr Lebensqualität in der Innenstadt“, findet der Bürgermeister. Zu den Unterstützern gehört auch IHK-Vize Ulrich Spitzer: „Neue Formen der Mobilität verbessern unseren Standort“, sagt er.

Drei Flensburger meldeten sich während des Pressetermins zum Car-Sharing-Projekt an: Boris Jugert sieht das Angebot als Ergänzung zum Fahrradfahren, Tanja Iwersen war schon beim ersten Versuch vor zehn, zwölf Jahren dabei: „Ein eigenes Auto ist mir nicht so wichtig“, sagt sie. Und Norbert Wiebke, Tierarzt in Harrislee, will das Parkproblem zu Hause in der Flensburger Innenstadt ein für allemal loswerden.

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