Neuer Betreiber : Campushalle bald in Flensburger Hand

Bürgermeister Henning Brüggemann beim 'Stuhl-Test'. Foto:  Euler
Bürgermeister Henning Brüggemann beim "Stuhl-Test". Foto: Euler

Ab nächstem Jahr ist sie eine echte Flensburgerin: die Campushalle. Der neue Betreiber hört auf den Namen Förde Show Concept und ist freilich kein Unbekannter.

shz.de von
15. Oktober 2011, 05:02 Uhr

Flensburg | Ab 1. Januar hat die Campushalle einen neuen Betreiber. Wie abzusehen war, hat die in der Campushallen GmbH vereinte Besitzergesellschaft (Stadt Flensburg, Kreis Schleswig-Flensburg, Provinzial Brandkasse) den Pachtvertrag nicht verlängert und neu ausgeschrieben. Der neue Betreiber freilich ist kein Unbekannter: Förde Show Concept. Das Unternehmen, das seit Anfang der 90er Jahre auch das Deutsche Haus betreibt, war zuvor zehn Jahre lang für Hölkes C & E als Dienstleister in der Halle tätig gewesen.
Dass Bernd Hölke das Feld räumt, kommt nicht überraschend. Erstens geht der Kieler - gleichzeitig Betreiber der Ostseehalle - im Sommer nächsten Jahres ohnehin in den Ruhestand, zweitens hatte die Besitzergesellschaft schon seit 2009 wiederholt durchblicken lassen, mit Hölke nicht länger zusammenarbeiten zu wollen. Namentlich der Schleswiger Aufsichtsrat Ingo Degner hatte deutlich gerügt, der Betreiber komme seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht annähernd nach und versorge die Region mit zu wenig und überwiegend zweitklassigen Veranstaltungen. Besonders übel hatte man ihm genommen, als er den Weltstar "Shakira" heimlich in der Campushalle proben ließ, das Konzert dann aber in der Ostseehalle gegeben wurde. Hölke hatte derartige Vorwürfe zu entkräften versucht, indem er auf die Randlage der für derartige Künstler zu kleinen Campushalle hinwies.
"Beworben hatte sich letztlich aber nur Förde Show Concept"
Im April wurde angesichts des Ende diesen Jahres auslaufenden Pachtvertrages der Hallenbetrieb europaweit ausgeschrieben. Nach Angaben Aksel Busses, des stellvertretenden Geschäftsführers der Campushallen GmbH, waren daraufhin von drei Interessenten die Unterlagen angefordert worden. "Eine Anfrage kam aus dem europäischen Ausland, eine von einem namhaften Deutschen Unternehmen", sagt Busse. "Beworben hatte sich letztlich aber nur Förde Show Concept."
Gleichwohl habe FSC-Geschäftsführer Peter Thomsen ein überzeugendes Konzept vor- und dargelegt, dass er in der Lage ist, die wegen ihrer Doppelnutzung als Veranstaltungs- und Sportstätte nicht ganz einfache Immobilie wirtschaftlich zu betreiben. "Wir sind froh, einen örtlichen Betreiber zu haben, der schon bewiesen hat, dass er die Halle betreiben kann", sagt Busse.
"Über die Champions League würden wir uns schon freuen"
Peter Thomsen hat da auch keinerlei Bedenken. "Das ist eine gute Lösung", sagt der Flensburger. "Auch für die Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze fortbestehen. Das sind vier fest Angestellte und natürlich die ganzen Dienstleister, die mit uns zusammenarbeiten."
Für die Mieter wird sich durch den Betreiberwechsel nichts ändern, sagt Peter Thomsen. Momentan würden Gespräche geführt, deshalb halte er sich mit Details auch lieber zurück. Wie zuvor Bernd Hölke liegt es nun an ihm, den Spagat zwischen den Anforderungen einer Sportarena und einer Veranstaltungshalle zu leisten. Förde Show Concept werde interessante Konzerte, Messen und Veranstaltungen nach Flensburg holen, kündigt Thomsen an. Für ihn ist es ein Vorteil, dass er jetzt auch für die Campushalle die Verhandlungen führen kann. Ziel sei es, in diesem Verbund die Auslastung beider Häuser zu verstärken. Ganz wesentlich für den wirtschaftlichen Betrieb sei natürlich der Erfolg des Ankermieters, der SG Flensburg-Handewitt. "Über die Champions League würden wir uns schon freuen."

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