Schwimmhalle : Campusbad zieht den Stöpsel

Neue Stelle, neuer Mann: Torben Kablau bringt 15 Jahre Erfahrung mit. Er ist der neue Betriebsleiter des Campusbads und Ansprechpartner vor Ort.
Neue Stelle, neuer Mann: Torben Kablau bringt 15 Jahre Erfahrung mit. Er ist der neue Betriebsleiter des Campusbads und Ansprechpartner vor Ort.

Einwöchige Sperrung wegen Fliesenarbeiten: 2,5 Millionen Liter Wasser müssen abgelassen werden – und die Sauna wird teurer.

shz.de von
10. Juli 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Am Sonntag, 19. Juli, schließt das Flensburger Campusbad. Und wenn es am 27. Juli wieder öffnet, wird einiges nicht mehr so sein, wie es einmal war. Öffnungszeiten, Preise, Tarife und Gestaltung – gut fünf Jahre nach der Eröffnung nutzen die Stadtwerke die auslaufende Gewährleistungsfrist für eine kleine Auffrischung. Anlass sind Materialschäden im Sportbecken, die behoben werden müssen. Ein Garantiefall, zum Glück. „Wir müssen Fliesen austauschen“, sagt Geschäftsführer Andreas Ostmann. Und weil es sich Unterwasser nicht gut fliesen lässt, muss das Sportbecken geleert werden. Eine nicht ganz risikofrei Aufgabe.

2,5 Millionen Liter leicht gechlortes Badewasser schwappen seit Eröffnung des Bades im Sportbecken. Die wird man nicht los, indem man einfach den Stöpsel zieht. Das erfordert schon einige Berechnungen. „Wir haben im Bereich des Bades einen erhöhten Grundwasserpegel, der über vier Brunnen überwacht wird“, so Ostmann. „Wir mussten sicher stellen, dass der Baukörper keinen Schaden nimmt, wenn er so viel Gewicht verliert.“

Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks werden die Pumpen maximal zwei Tage lang 2500 Tonnen Badewasser abpumpen und über die Kanalisation zum Klärwerk leiten. Auch hier musste erst geprüft werden, welche Dosierung das Leitungsnetz verkraftet. Gleiches gilt für die Wiederbefüllung, ein Prozess der mindestens zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. Für die Badegäste bleibt das Bad dabei nur eine Woche geschlossen, wegen der langsamen Wiederbefüllung sind dann allerdings zunächst nur das Freizeitbad und die Sauna nutzbar. „Wir denken für die eingeschränkte Nutzbarkeit über ein Rabattmodell nach“, kündigt Ostmann an.

Mit Wiedereröffnung wird sich noch einiges mehr geändert haben. So wollen die Stadtwerke als Betreiberin den offenen Bereich zwischen Eingang und Bad schließen. Aus energetischen, aber auch aus Wohlfühlgründen, um im Winter die kalte Zugluft abzustellen.

Leichte Wohlfühl-Einbüßen dürften ab Wiedereröffnung die Stammgäste der Sauna beklagen, die pro Besuch künftig 1,50 Euro mehr bezahlen müssen. Ostmann bittet um Verständnis für die Maßnahme – das Campusbad legt nur die Umsatzsteuererhöhung von 7 auf nunmehr 19 Prozent um. Weil unter den neuen Regelungen für die Mehrwertsteuer das bisherige verwaltungsintensive Bonuskartensystem nicht mehr fortgesetzt werden kann, stellt das Campusbad auf das Guthabenkartensystem „Campuskarte“ um, kündigte das Unternehmen weiter an. Vier unterschiedlich hohe im Voraus zu leistende Einzahlungen in Höhe von 25 bis 250 Euro ermöglichen Rabattierungen zwischen 5 und 20 Prozent, so Stadtwerkesprecher Peer Holdensen. Trotz der leichten Anpassungen sieht Ostmann das Campusbad weiter auf gutem Weg. „Unsere Besucherzahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert“, freut er sich. Die Vorjahreszahl von 174 000 Besuchern gilt auch für dieses Jahr als gesetzt. Verstärkt wird das Campusbad-Team seit Beginn des Monats durch einen Betriebsleiter. Torben Kablau trägt die Verantwortung für alle anfallenden Aufgaben vor Ort.

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