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Grenzüberschreitende Uni : Campus Flensburg-Sonderburg: Die Region mit 11.000 Studienplätzen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer die Studienangebote in Flensburg und Sonderburg nutzen möchte, stößt in der Praxis noch auf allerlei Schwierigkeiten. Wie weit die grenzenlose Strecke von Campus zu Campus werden kann, zeigt ein Blick auf die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

shz.de von
erstellt am 12.02.2014 | 12:00 Uhr

Flensburg | Wer in Flensburg oder Sonderburg studiert und den Campus im jeweiligen Nachbarland nutzen möchte, muss ziemlich flexibel sein – und am besten ein Auto haben. Immerhin rund 11.000 Studierende gibt es in der deutsch-dänischen Region. Davon studieren rund 9000 auf dem Flensburger Campus am Sandberg – rund 4100 an der Fachhochschule und mehr als 4800 an der Universität.

Der Campus und alle Bildungspolitiker im Norden bis hin zu Wissenschaftsministerin Waltraud Wende, die früher selbst Uni-Präsidentin war, werben gerne mit der Nähe zu Dänemark – und möchten aus der Uni eine Europa-Uni und aus dem Hochschulcampus einen Europa-Campus machen. Mit den knapp 2000 Studierenden der Syddansk Universitet (SDU) in Sonderburg zählt die grenzüberschreitende Region auf weniger als 40 Kilometern zwischen Sandberg und Alsion also fast 11.000 Studierende.

Einer, der täglich über die Grenze pendelt, ist der Physik-Professor und Nanoforscher Horst-Günter Rubahn. Er ist nicht nur ein Spitzenforscher mit Spitzenmöglichkeiten – zum Beispiel einem Reinraum im Alsion, wie er auf deutscher Seite wohl erst wieder im Itzehoer Institut für Siliziumtechnologie (Isit) zu finden ist. Er ist sozusagen das lebende Beispiel der grenzüberschreitenden Region. Rubahn wohnt in Handewitt und ist in Sonderburg Leiter des Mads-Clausen-Instituts im Alsion. Er findet: „Es ist ein großer Vorteil in unserer Region, dass Studierende sehr einfach die Erfahrung machen können, ins Ausland zu kommen.“ Eben von Flensburg nach Sonderburg oder umgekehrt. In Sonderburg werde – bis auf einige wenige Seminare im 1. und 2. Semester – ausschließlich auf Englisch. „Hier gibt es Studierende aus 65 Nationen“, sagt Rubahn – Ausländeranteil 70 Prozent, Ausstattung aus deutscher Perspektive traumhaft. Und das alles nur gut 35 Kilometer vom Flensburger Campus entfernt.

Die Schwierigkeiten des grenzenlosen Doppelstudiums sind eher praktischer Natur. Das Wintersemester an SDU und Mads-Clausen-Institut dauert vom 1. September bis unmittelbar vor Weihnachten, berichtet Barbara Tvede Hansen vom Mads-Clausen-Institut. Im Januar sind Prüfungen. Das Sommersemester beginnt am 1.Februar und geht bis Ende Mai. Im Juni sind Prüfungen.

An der Flensburger Fachhochschule startete die Vorlesungszeit im Wintersemester am 16. September und endet am 17. Februar. Vorlesungsfreie Zeit ist dann bis 17. März. „Dann beginnen die Vorlesungen im Sommersemester“, sagt FH-Sprecher Torsten Haase. Die Vorlesungen des Sommersemesters enden am 27. Juli, das Semester selbst am 31. August.

Doch man muss nicht über die Grenze blicken, um auf Vorlesungszeiten zu treffen, die sich schwer synchronisieren lassen. An der Flensburger Uni begann das Semester am 28. Oktober – das Datum haben sich viele gemerkt, weil an diesem Tag Orkan Christian das Dach vom Südflügel des Hauptgebäudes riss. Die Vorlesungszeit an der Uni endet am 17. Februar – immerhin hier eine Übereinstimmung mit der FH. Dann ist vorlesungsfreie und Prüfungszeit, bis am 7. April das Sommersemester startet (bis 27. Juli).

Wie weit die grenzenlose Strecke von Campus zu Campus werden kann, zeigt ein Blick auf die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für zehn Euro kann man von Flensburg bis Sonderburg mit dem Bus fahren. Kauft man eine Zehnerkarte, sind es immerhin noch sieben. Dem Fahrplan zufolge fährt man vom Zob Flensburg bis zum Busbahnhof Sonderburg 1:15 Stunden. Von dort muss man zum Alsion aber noch eine knapp Viertelstunde laufen. Und vom Flensburger Zob zum Campus sollte man wohl auch noch einmal umsteigen.

Angesichts dieser Fahrzeiten und Preise weist Uni-Sprecherin Kathrin Fischer vorsichtshalber noch einmal auf Folgendes hin: „Die Gastdozenten werden zwischen den Hochschulen ausgetauscht, die Studierenden bislang weniger“, sagt sie. Und die von FH-Präsident Herbert Zickfeld angekündigte grenzüberschreitende ÖPNV-Offensive? Sein Sprecher Torsten Haase relativiert: „Über den Shuttle Service, der eingerichtet werden soll, gibt es zurzeit noch keine weiteren Informationen.“
 

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