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Streit in Schwennau : Campingplatz-Betreiber klagt gegen Glücksburg

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Ich habe keinen Bock mehr“: Campingplatz-Pächter Reinhard Skall sieht seine Existenz in Schwennau bedroht. Er will juristisch gegen die Stadt Glücksburg vorgehen.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 09:44 Uhr

Glücksburg | Rund 70 Anfragen von Campern muss Reinhard Skall noch beantworten. 40 Anfragen von Teilnehmern der Großveranstaltungen wie Ostseeman-Triathlon und Förde-Crossing hat der Betreiber des Campingplatzes Schwennau schon abgesagt. „Ich habe keinen Bock mehr“, sagt der Glücksburger deutlich. Er will juristisch gegen die Stadt Glücksburg vorgehen.

Die hatte ihm im September die Brücke zum hinteren Teil des Geländes für Fahrzeuge gesperrt. Die dort abgestellten Wohnwagen und -mobile durften das Gelände nicht mehr verlassen. Neue Gäste konnte Skall dort nicht unterbringen. Die Überwegung sei nicht mehr verkehrssicher, habe die Stadt ihm damals, zwei Stunden vor der Sperrung mitgeteilt.

Die Fahrzeughalter hätten ihre festgesetzten Wohnwagen im November abtransportieren können. Wenn denn die Stadt in dem Monat mit der Kanalsanierung unter der Promenade fertig geworden wäre. Doch der Weg entlang der Förde wird erst in diesen Tagen auf 150 Metern Länge gepflastert. Nach Auskunft des Bauausschussvorsitzenden Svend Colmorn ist der Unterbau der Promenade nicht für Fahrzeugverkehr ausgelegt, könne allerdings den Unimog zu Reinigungszwecken tragen.

Einige der Wohnwagen sind nach Auskunft Skalls bei Nacht und Nebel verschwunden. Zwei rollende Unterkünfte warten noch auf den Abtransport.

Im Winterhalbjahr hat der Pächter nach eigenen Angaben 10.000 Euro verloren. „Ich bin bereits an meine Ersparnisse gegangen.“ Dabei sah Skall seine Zukunft im Sommer noch rosig: „Ein großes Darlehen habe ich 2013 abbezahlt. Es hätte dieses Jahr endlich etwas hängen bleiben können.“ Mit seiner Frau wollte er die Außenfassade des Holzhauses und die Dächer der Gebäude renovieren.

Ob die Brückensperrung mit dem Plan des Hamburger Investors Christoph Koeppen, der die angrenzende Fläche Schwennauhof zum Ferienhaus-Resort machen will und den Campingplatz gleich mit überplant, zu tun hat, hält Skall für möglich. Dem Pächter hat der Hamburger Investor seine Pläne inzwischen unverbindlich eröffnet.

Skall hat das Gelände bis 2062 in Erbpacht und will weitermachen. „Ich lass mich nicht erpressen“, sagt er und plant, mehr Dauercamper zu beherbergen. „Schlimm ist, dass ich meinen Triathlon-Stammgästen absagen muss.“

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