BMX-Festival der Flensburger Sportpiraten : Butcher Jam 2015 und Dockyard: Große Sprünge in der Neustadt

Was als Geschenk von Sportpiraten, Skatern und BMX-Fahrern an die Stadt Flensburg im Jahr des 725-jährigen Jubiläums 2009 begann, ist sechs Jahre später zum wichtigsten Pfingstfestival der Grenzregion geworden.

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26. Mai 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Was als Geschenk von Sportpiraten, Skatern und BMX-Fahrern an die Stadt Flensburg im Jahr des 725-jährigen Jubiläums 2009 begann, ist sechs Jahre später zum wichtigsten Pfingstfestival der Grenzregion geworden. Und dass der Ministerpräsident für zwei Stunden vorbeischaut, um die Atmosphäre auf dem Flensburger Schlachthof zu schnuppern, ist mittlerweile fast normal zwischen Brauereiweg und Werftstraße.

Entspannung bei bestem Wetter: Zuschauer beim Dockyard-Festival.
Staudt
Entspannung bei bestem Wetter: Zuschauer beim Dockyard-Festival.

Bei überwiegend strahlendem Sonnenschein haben sich Tausende Flensburger bei den Beats von Hiphop, Metal oder Reggae von den atemberaubenden Sprüngen der BMX-Fahrer verzaubern lassen. Nicht alle Kabinettstücke sind zur Nachahmung empfohlen: Wenn 16- oder 17-Jährige auf der Rampe im Flug absteigen, das Rad mehrmals um die Lenkerachse drehen, um rechtzeitig die Pedale wiederzufinden, damit sie rückwärts locker ausrollen können – dann ist es das Ergebnis harten Trainings und meist auch schon mit mancher Schramme und Blessur bezahlt worden, bevor der Trick perfekt sitzt.

Einer der Virtuosen auf dem BMX-Rad: Der Norweger Ola Selsjord.
Michael Staudt
Einer der Virtuosen auf dem BMX-Rad: Der Norweger Ola Selsjord.

Tatsache ist: Der Schlachthof wird zu Pfingsten immer mehr zum Anziehungspunkt für Amateure und Profis der BMX-Szene: Fahrer aus Kroatien, Dänemark, Grönland, Norwegen, Tschechien, Norwegen, England, Polen, den USA, Australien, Österreich, den Niederlanden und natürlich aus dem gesamten Bundesgebiet zeigten ihre neuesten Kunststücke auf den Rampen und in den Halfpipes in Flensburg. Zwischen fünf und 36 Jahre alt waren die 209 angemeldeten Starter auf dem Schlachthof. Mit den zusätzlich anwesenden Fahrern aus Flensburg und der Region seien mit Sicherheit 400 BMX-er in Flensburg gewesen, schätzt Dirk Dillmann von den Sportpiraten: „Das Festival mit 72,5 Hours, Butcher Jam und Dockyard steht für nachhaltigen Wachstum“, findet Dillmann. Er schätzt, dass 15.000 Menschen an den drei Tagen den Weg zum Schlachthof fanden. Allein am Freitagvormittag seien 1500 Schüler da gewesen.

Ansitzen statt Anstellen zum Schminken – das Kinderprogramm im Galwik-Park.
Staudt
Ansitzen statt Anstellen zum Schminken – das Kinderprogramm im Galwik-Park.
 

Zur positivem Bilanz gehört auch, dass es keine nennenswerten Verletzungen gegeben habe, auch wenn die Sanitäter doch ein paar Mal zu den Rampen sprinten mussten. Doch die BMX-Fahrer sind hart im Nehmen. Ohne Helm darf bei den Sportpiraten ohnehin kein Fahrer auf die Pisten – und am besten auch mit Kniepolster. Die Schürfwunden der vielen Kinder beim Festival sind jedenfalls am Schminktisch entstanden.

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Ein Titel blieb am Ende auch in Flensburg: In der „Girls Class“ siegte Lara Lessmann (15) aus der Nordstadt. Eine besondere Atmosphäre erlebten die Zuschauer Sonnabendabend beim „Dirt Contest“ auf den Lehmrampen am Nordende des mittlerweile 4000 Quadratmeter großen Geländes. Es soll Beobachter gegeben haben, die aufatmeten, als die Fahrer nach dem gewagtesten Salti aus der nächsten Halfpipe wieder auftauchten. Am Ende gewann hier Jacob Benda, der 16-Jährige aus Tschechien, der zu den Publikumslieblingen gehörte. Im „Street Contest“ setzte sich Daniel Portorreal aus Deutschland durch, bei den „Beginnern“ siegten Raik Mahlstedt und Leon Speth aus Flensburg. Die ersten Plätze bei den Profis gingen nach Australien, Norwegen und Tschechien.

Beim Dockyard-Festival am Sonntagabend spielten unter anderem Easy October.
STAUDT
Beim Dockyard-Festival am Sonntagabend spielten unter anderem Easy October.

Auch Ministerpräsident Torsten Albig tat auf dem Schlachthof etwas für die Stimmung. Sein Versprechen: Das Land fördere die nächste Erweiterung zum „Jugendpark für die ganze Familie“ mit 50 Prozent. Wenn die Ideen von Dillmann & Co für neue Streetsoccer- und Basketballfelder wahr werden, könnte sich das Schlachthofgelände in den kommenden Jahren glatt verdoppeln.

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