Serie Kommunalwahl 2018 : „Busverkehr attraktiver machen“

Hafen, parkende Autos, Busse: Für Ellen Kittel-Wegner und die Grünen ist Mobilität ein Schlüsselthema.
Hafen, parkende Autos, Busse: Für Ellen Kittel-Wegner und die Grünen ist Mobilität ein Schlüsselthema.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Ellen Kittel-Wegner, setzt den Fokus auf ÖPNV, Chancengleichheit, Bildung und Wohnen

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11. April 2018, 06:09 Uhr

Sechs Parteien und zwei Wählergruppen treten an, wenn am 6. Mai der Flensburger Rat neu gewählt wird. In einer Serie stellt das Tageblatt alle achtvor. Diese Folge: Bündnis 90 / Die Grünen.

Ellen Kittel-Wegner, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat, kann sich gut ein neues Parkhaus auf dem Campus vorstellen. Oder in der Nordstadt. Nicht, weil sie Autos und Autofahrer so toll findet, sondern weil sie den Kfz-Verkehr möglichst von der Innenstadt fern halten möchte. Die Mobilität in der Stadt ist eines der Schlüsselthemen der Grünen im Wahlkampf vor dem 6. Mai.

Deshalb hat sich Ellen Kittel-Wegner den Hafen als Ort für Foto und Interview ausgesucht. Am Hafen läuft aus ihrer Sicht vieles zusammen: Freizeit und Tourismus, aber vor allem auch Verkehr. Auf der Schiffbrücke rollt ein nicht endender Verkehrsstrom, die Parkplätze am Kai sind gut belegt. Doch auch der Busverkehr gehört dazu, alle paar Minuten fährt ein Bus vorbei. Ellen Kittel-Wegner möchte mehr Menschen dazu bewegen, den Bus zu benutzen. Und dazu möchte sie den ÖPNV attraktiver machen, ihn ausbauen. Und ihn vielleicht auch billiger machen. Fernziel sei für die Grünen der kostenlose ÖPNV.

Eine Idee: das kombinierte Park- und Busticket. Wer sein Auto am Rande der Innenstadt abstellt, kann mit dem Parkticket auch den Bus benutzen. Sie selbst benutzt ihn häufig, um von ihrer Wohnung zu ihrem Arbeitsplatz auf dem Campus zu gelangen. Dort leitet sie den Bereich „Campus Career“ für Europa-Universität und Hochschule Flensburg.

Ellen Kittel-Wegner ist seit über 20 Jahren in der Stadt. Geboren in NRW, wuchs sie in Celle auf, lebte und arbeitete in Hamburg und kam dann nach Flensburg. Schnell fand die Dipl.-Pädagogin eine Arbeit.

2005 hat sie bei den Grünen angefangen und kam gleich in den Vorstand des Kreisverbandes. Sie war ein wenig auf Krawall gebürstet: „Die Politik der Grünen gefiel mir damals nicht. Die waren immer nur dagegen. Ich wollte mit grüner Politik lieber etwas verbessern. Und dafür ist Kommunalpolitik prädestiniert.“ Seit 2008 ist sie im Rat, seit 2011 Vorsitzende der Fraktion. Die hat derzeit fünf Mitglieder. „Unser Wahlziel ist die Erhöhung auf sechs“, sagt die Vorsitzende selbstbewusst.

Chancengleichheit und Teilhabe sind ihr wichtig. „Beides ist eng mit Bildung verflochten. Darum ist uns der Ausbau von Kitas und Tagespflege so wichtig.“ Mit seiner Qualitätsoffensive stehe Flensburg ganz weit oben. Sie stehe zu der Erhöhung der Grundsteuer, um so diese Offensive zu ermöglichen. „Trotzdem fehlen nach wie vor Plätze.“ Teilhabe hänge aber auch stark vom Einkommen ab. Dazu gehöre neben einem kostengünstigen Busverkehr vor allem auch bezahlbarer Wohnraum.

Beim Thema Wohnen plädiert sie für eine feste Quote für geförderte Wohnungen von 30 Prozent. Kritisch sieht sie ausgedehnte Einfamilienhaus-Gebiete, dafür sei in Flensburg kein Platz. „Unser Credo ist Nachverdichtung.“ Trotz des Wohnungsbaus müsse man möglichst viel Grün in der Stadt erhalten. „Es ist zunehmend schwerer, da die Balance zu halten.“

> Das Flensburger Tageblatt lädt in Kooperation mit der Stadt Flensburg die acht Spitzenkandidaten am Mittwoch, 25. April, um 18.30 Uhr zum öffentlichen Kreuzverhör in die Bürgerhalle des Rathauses.

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