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Busbahnhof: Fehlende Markierungen gefährden Fußgänger

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was macht eine Straße zum Risiko- oder Gefahrenschwerpunkt? Das Technische Betriebszentrum (TBZ) der Stadt orientiert sich an den Unfallzahlen der Polizeistatistik. Weitere handfeste Kriterien fehlen. Eine Straße wird wohl erst dann gefährlich, wenn sich binnen kurzer Zeit mehrere Unfälle ereignen oder diese besonders schlimm ausgehen. Dennoch gibt es Punkte im Flensburger Straßenverkehr, von denen erhöhte Gefahren ausgehen. Einige davon stellen wir beispielhaft in einer Serie vor. Heute: der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB).

An Deutschlands ältestem Busbahnhof halten inzwischen sehr viel mehr Busse als ursprünglich geplant. Mehr als sieben Busunternehmen nutzen den ZOB und jeden Tag müssen Fahrgäste die unmarkierten Busspuren überqueren. Zebrastreifen oder andere Markierungen fehlen.

„Dass man hier scharf bremsen muss, kommt täglich vor“, sagt einer der Busfahrer, die den Zob mehrmals täglich anfahren. Richtig schlimm sei es, wenn die Schulkinder morgens mit den Überlandbussen ankommen und nach dem Aussteigen über die Straße rennen würden. Dass der ZOB nicht nur gefühlt unsicher ist, zeigt ein Unfall im vergangenen Jahr: Eine Frau will den Busbahnhof überqueren und wird dabei von einem Bus angefahren und verletzt. Für die Flensburger Polizei und Bela Bergemann von Aktiv Bus passiert für die Größe des ZOB und für die vielen Menschen, die ihn täglich nutzen, relativ wenig: „Unsere Fahrer wissen, dass auf dem ZOB immer auch Fahrgäste sind“, sagt Bergemann.

Trotzdem bleibt ein Unsicherheitsgefühl: Grietje Alt ist gemeinsam mit ihrem dreizehn Monate alten Jungen unterwegs. „Ich mag den Zob überhaupt nicht und steige oft schon vorher am Südermarkt um“, sagt sie. Wenn ihr Kind größer ist und selber laufen kann, will sie einen noch größeren Bogen um den Busbahnhof machen. Zwar könnte man Zebrastreifen auf der Fahrbahn aufbringen, dass sich die Fahrgäste aber daran halten, bezweifelt Bergemann. Möglicherweise würden die Busfahrer dann auch weniger auf die Fahrgäste außerhalb des markierten Bereichs achten, wenn dieser Sicherheit suggeriert, sagt Bergemann.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 09:37 Uhr

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