Flensburg : Bus-Stau zwingt Kinder zum Warten

Und schnell zum Anschlussbus: Zwischen 13 und 13.30 Uhr herrschen auf dem Zob oft unübersichtliche Verhältnisse. Foto: Staudt
Und schnell zum Anschlussbus: Zwischen 13 und 13.30 Uhr herrschen auf dem Zob oft unübersichtliche Verhältnisse. Foto: Staudt

Die Fridtjof-Nansen-Schule in Flensburg ist ratlos: Immer häufiger verpassen auswärtige Schüler ihre Anschlussbusse am Zob. Schuld sind Verspätungen der Stadtbusse.

shz.de von
02. September 2011, 09:24 Uhr

Flensburg | Um 13.05 Uhr ist die sechste Stunde zu Ende. Um 13.11 Uhr fährt die Linie 5 von der Mürwiker Straße Richtung Zob. Die Schüler flitzen los und schaffen es zur Haltestelle. Jetzt beginnt das große Bangen, und zwar gleich doppelt: Nimmt der Busfahrer mich mit oder ist der Bus mal wieder so voll, dass keiner mehr rein passt? Und falls doch: Schafft er es bis 13.25 Uhr zum Zob, wo mein Anschlussbus pünktlich los fährt?
Es kommt immer häufiger vor, dass mindestens eine der beiden Fragen mit Nein beantwortet werden muss. Deshalb sucht die Fridtjof-Nansen-Schule jetzt den Weg in die Öffentlichkeit. "Wir sind ratlos", sagt Fabian Halbe, stellvertretender Schulleiter. Im Schnitt seien fünf Schüler pro Klasse von der Bus-Problematik betroffen. Um ihnen lange Wartezeiten am Zob zu ersparen, dürfen die Schüler 15 Minuten früher gehen. "Da können Sie danach regulären Unterricht vergessen", so Halbe.
Die Kinder sehen manchmal noch die Schlussleuchten des Busses
Auf dem Papier ist alles in Ordnung. Laut Fahrplan schafft der Bus, der um 13.11 Uhr ab Mürwik fährt, die Anschlüsse um 13.25 Uhr. In der Praxis kommt er jedoch häufiger zu spät. Die Kinder sehen manchmal noch die Schlussleuchten des Busses, der sie in ihren Wohnort bringt.
Schulleiter Dirk Lossack ist sehr unzufrieden mit der Situation. "Es ist für Kinder der Klassenstufe 5 bis 7 nicht zumutbar, über eine Stunde am Zob auf den nächsten Bus zu warten, weil der Anschlussbus ihnen vor der Nase weggefahren ist." Lossack versteht nicht, warum sich die Busunternehmen nicht besser absprechen, so dass bei einer geringfügigen Verspätung der Überlandbus auf den Stadtbus wartet.
"Vielleicht müsste sich auch mal die Schule bewegen"
Das ist in der Praxis nicht möglich, sagt dazu der Fahrdienst-Leiter der Auto kraft. In der Zeit zwischen 13 und 13.30 Uhr würden Busse im Minutentakt den Zob anfahren und wieder verlassen. Wenn man bei nur einer Linie den Fahrplan verschöbe, hätte das Auswirkungen auf alle anderen. In dem chaotischen Gedränge, dass zu dieser Zeit am Zob herrsche, könnten die Fahrer seiner Busse schlicht nicht erkennen, wann welcher Stadtbus schon da sei und welcher noch nicht. "Da können wir uns nicht bewegen", fasst er in der Konsequenz zusammen. "Momentan sehe ich keine Lösung."
Er sei aber jederzeit zu einem ausführlichen Gespräch mit der Fridtjof-Nansen-Schule und mit anderen Schulen bereit. "Das Fördegymnasium ist ja auch betroffen." Und er hat auch schon eine Idee für eine Lösung: "Vielleicht müsste sich auch mal die Schule bewegen."
Aus rechtlicher Sicht gibt es keinen Hebel. Für die Beförderung der Schüler aus dem Kreisgebiet sei der Kreis zuständig, heißt es im Schulamt der Stadt. In einer Satzung des Kreises gibt es einen Passus, der eine Wartezeit der Schüler von 90 Minuten zumutbar nennt. Die wird am Flensburger Zob nicht erreicht, weil die Busse meist im Stundentakt fahren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen