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Refugees Welcome : Buntes Bündnis koordiniert Hilfe für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Hilfsbereitschaft für die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Flensburg ist groß. Zahlreiche Bürger bieten ihre Mitarbeit an. Nun werden ein Lager und eine Ausgabestelle für Kleiderspenden geplant.

Flensburg | Die Hilfsbereitschaft für die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Flensburg ist ungebrochen groß. Auf Einladung des Bündnisses für ein buntes Flensburg kamen am Montagabend rund 150 Interessierte und Unterstützer in den Johanniskirchhof. Die Veranstalter um Ute Morgenroth und Landtagsabgeordnete Simone Lange hatten das Treffen angesichts des großen Interesses kurzerhand in die Kirche verlegt. „Wir merken im Land, dass die Stimmung einfach toll ist“, erklärte Lange.

Deutlich wurde vor allem: Am schwierigsten ist es derzeit, die große Zahl von Hilfsangeboten zu koordinieren und umzusetzen. Dabei soll eine neue Facebook-Seite „Refugees welcome – Flensburg“ helfen, die von Katrine Hoop koordiniert wird (wir berichteten). Aber auch über die Mail-Adresse der Flüchtlingshilfe kann man seine Angebote bekannt machen (info@flüchtlingshilfe-Flensburg.de).

Weil Kleiderspenden nicht einfach zu verteilen sind, plant die Flüchtlingshilfe nun ein Lager mit Ausgabestelle zu bestimmten Öffnungszeiten an der oberen Angelburger Straße an der Ecke zum Durchgang Johanniskirchhof. Wie notwendig Kleidung ist, machte die Schilderung eines Vertreters der Fatih-Moschee deutlich. Er sei auf Kinder getroffen, die barfuß liefen, und hätte erstmal Socken und Schuhe besorgt.

Darüber hinaus sei neben Sprachkursen im zweiten Schritt weiterer Wohnraum notwendig, sagte Lange. Die Koordinatoren bitten dennoch, keine Flüchtlinge in den Unterkünften unangekündigt aufzusuchen. Die Geflohenen bräuchten nicht nur Ruhe. Barbara Winkler vom Runden Tisch für Integration bat dringend darum, die Privatsphäre der Menschen zu respektieren. Derzeit leben Flüchtlinge an 30 Standorten in mehr als 110 Wohnungen in der Stadt.

Die DGB-Vorsitzende Gabi Schwohn sagte, es würden dringend Leute gebraucht, die Flüchtlinge als Lotsen bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleiten. „Es fehlt auch an therapeutischen Angeboten für die mehrfach traumatisierten Personen“, berichtete Landtagsabgeordnete Lange. Über individuelle Patenschaften soll am Donnerstag um 18 Uhr bei einer Veranstaltung in der Bürgerhalle des Rathauses gegeben werden.

Weitere Ideen: Patenschaften in Sportvereinen, die Teilnahme von studierenden Flüchtlingen in englischsprachigen Vorlesungen oder eine Leseecke in der Bücherei mit fremdsprachigen Büchern. Eine Teilnehmerin berichtete, der TSB lade alle Flüchtlinge ein – ob zum Fußball, Handball, Judo oder Eltern-Kind-Turnen. Zudem organisieren die Sportpiraten am Sonnabend ab 15 Uhr einen Nachmittag der Begegnung mit Flüchtlingen.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 11:00 Uhr

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