Gelting : Bunter Festumzug und Kamelle

In geschmückten Festwagen unterwegs: der Geltinger Männerchor und der einheimische Shanty-Chor.
In geschmückten Festwagen unterwegs: der Geltinger Männerchor und der einheimische Shanty-Chor.

Der Höhepunkt der 41. Geltinger Tage stand unter dem Motto „Flower Power 2.0“.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:30 Uhr

Gelting | „Wer muss denn bei euch die Zwiebeln schneiden?“ Diese Frage rief ein Insasse des Festwagens der Siedlergemeinschaft Kleingaarwang den „Geltinger Köchen“ zu. Die Antwort lautete angesichts der herrschenden Sommerhitze nicht wahrheitsgemäß: „Wir machen gerade heiße Suppe.“ In der Tat hatten sich die Hobbyköche unter ihrem Chef Peter Welsch aus Maasholm eine besondere Überraschung ausgedacht: Sie verwandelten ihr von einem Traktor gezogenes Gefährt in eine blumengeschmückte mobile Würstchenbude.

Während des Festumzugs servierten sie kostenlos Gebratenes auf Papptellern an Schaulustige am Straßenrand. Die Würstchen übertrafen in der Beliebtheit sogar die „Kamelle“, die von überall abgeworfen wurden. Währenddessen verkündeten die Köche: „Wir Männer haben Gefühle – Hunger zum Beispiel.“

Eine Stunde lang bewegte sich am Wochenende der Festumzug unter dem Motto „Flower Power 2.0“ durch die Straßen des Kneippkurorts. Ganze Hundertschaften jubelten den Umzüglern zu. Es ging sogar „international“ zu, denn 20 Jugendliche aus Estland plus Betreuer marschierten mit. Sie kommen aus dem Bereich Tartuvald, mit dem das Amt Geltinger Bucht eine Partnerschaft unterhält. Die lange Wagenreihe führten musikalische Fußgänger an: das Geltinger Blasorchester unter Stabführung von Arno Panske. Eingereiht hatten sich in den bunten Fahrzeug-Konvoi der einheimische Männerchor und die Shantysänger. Ihr Schlagwort: „Singen unter Freunden“.

Zu den fahrenden Solisten zählte der 69-jährige Hans-Werner Kraack mit seinem Deutz-Trecker „F1 512“ aus dem Baujahr 1953. „Ich schaffe mit den elf Pferdestärken maximal 19 Stundenkilometer, sodass ich hier leicht mithalten kann“, sagte er. Ihm folgte in der langen Reihe der mit vielen Kindern besetzte Wagen der Oldiefreunde aus Koppelheck. Die Geltinger Feuerwehr sicherte als „Schlusslicht“ den Umzug vor Gefahren ab.

Bürgermeister Boris Kratz würdigte nach vollbrachten Taten im Bürgerpark den Hitzeeinsatz der Beteiligten. Im Vorjahr waren alle nass von Regengüssen geworden – und diesmal war es der Schweiß.

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