Steinbergkirche : Bunte Bilder für Brandgilde

Lob gibt es von Brandgilde-Mitarbeiterin Ingrid Korth für die farbenfrohe „Häschenschule“, während Rainer Kahl sagt, dass ein Elefant auch blau sein kann.
Lob gibt es von Brandgilde-Mitarbeiterin Ingrid Korth für die farbenfrohe „Häschenschule“, während Rainer Kahl sagt, dass ein Elefant auch blau sein kann.

Rainer Kahl stellt in den Räumen der Dolleruper Versicherung aus.

shz.de von
06. März 2018, 13:28 Uhr

Als ihn ein Anruf der Dolleruper Brandgilde erreichte, dass diese keine kahlen Wände in ihrem Haus möchte, war für Rainer Kahl aus Ahneby klar, dass er für Abhilfe sorgen könne. Gedacht – getan. Der 72-Jährige, der zu den „Montagsmalern“ des Amtskulturringes Steinbergkirche gehört und erst unlängst bei einer Gemeinschaftsausstellung mit von der Partie war, rückte mit Bildern für eine Ausstellung an – und nun sind die Wände der Brandgilde nicht mehr kahl. Kahl stellt bis Ende April in der Brandgilde aus und sorgt für viel Freude an Farbe. Besonders auffallend und wahre Hingucker sind seine gemalten Nachempfindungen der „Häschenschule“ aus dem gleichnamigen Kinderbuch. Über diese Farbenpracht in Acryl freut sich insbesondere Ingrid Korth, Mitarbeiterin der Dolleruper Brandgilde in Steinbergkirche, die selbst Malerin aus Leidenschaft ist.

Doch Rainer Kahl kann auch anders. Seine große Liebe gehört den Aquarell- und Pastellfarben. Da gibt es gemalte Landschaften zu sehen und vieles mit einer ungewohnten Sichtweise – frei nach dem Motto, dass ein Elefant nicht grau sein muss, sondern sehr wohl blau sein kann.

Kahl, im sächsischen Chemnitz geboren, wuchs im Wendland auf. Gerne, erzählt er, wäre er Bühnenbildner geworden, wurde dann aber Möbeltischler. Im Fach Kunst hatte er in der Schule stets die Note „sehr gut“. Darauf war er stolz, doch seine Mutter monierte, dass der Junge für seine Malereien zu viel Papier verbrauche. Also hielt sie ihn zur Papier-Sparsamkeit an. Noch heute ertappe er sich dabei, dass er ein Blatt Papier für drei und mehr Skizzen benutze nicht zuletzt wohl wegen der mütterlichen Ermahnung.

Die Bundeswehr rief, und auf Sylt entdeckte Kahl für sich die plakative Malerei. Er arbeitete als Klempner bei einem Autokonzern in Stuttgart, war dort bis 2000 Anlagenwart. 2003 kam er der Liebe wegen nach Ahneby und, dort hatte und hat er viel Zeit, seiner Leidenschaft zu frönen: „Ich habe das Malen und Zeichnen neu für mich entdeckt.“ So schloss er sich den „Montagsmalern“ an, ist dankbar, dass er in der Dolleruper Brandgilde ausstellen darf. Dieses Unternehmen ist seinerseits zufrieden, dass es Künstlern aus der Region die Möglichkeit bieten kann, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Kahl-Ausstellung ist die zwölfte Präsentation dieser Art. In Augenschein genommen kann die jetzige Ausstellung während der Brandgilde-Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr (mittwochs bis 18 Uhr) sowie montags bis donnerstags von 13.30 bis 17 Uhr.

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