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Frauenfrühstück : Buffet mit Botschaften und Poesie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum 25. Mal luden Gewerkschaft und die Beratungsstelle Frau und Beruf zum Frauenfrühstück. 160 Damen folgten am Sonntag der Einladung.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2016 | 14:30 Uhr

Flensburg | Beinahe hätten die Organisatorinnen vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Beratungsstelle Frau und Beruf gar nicht gemerkt, dass ihr traditionelles Frauenfrühstück am Sonntag vor dem Frauentag so traditionell ist, dass es Jubiläum hatte. Seit 1992, also zum 25. Mal, so trugen Beraterin Katharina Petersen und Gewerkschafterin Perke Heldt zusammen, gebe es das Frühstück mit Botschaften. Rund 160 Frauen, so schätzt die DGB-Regionalsekretärin, waren gestern der Einladung ins Gemeindehaus von St. Jürgen gefolgt. Sie sei froh über die bunte Mischung der Gäste, sagte Heldt mit Blick auf die Damen aus Verwaltung und Politik, griechischer und jüdischer Gemeinde, jüngeren und älteren Semesters.

Bevor sie von Joghurt und Früchten, Brötchen, Mozzarella und Pesto naschten, hörten sie unter anderem einer kämpferischen Ute Dirks zu. Die Bezirks-Geschäftsführerin bei Verdi-Nordost sprach über die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Die vom Landtag beschlossene Einrichtung einer Pflegeberufekammer disqualifizierte Dirks als „Verwaltungskonstrukt“, das keine besseren Arbeitsbedingungen bringe. Sie forderte stattdessen Entlastung, gute Bezahlung und Mitbestimmung für die Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen. „Gesundheit ist keine Ware“, rief die Verdi-Frau. Sie kritisierte die überbordende Ökonomisierung des Gesundheitssektors und erinnerte an die eigentliche Aufgabe, nämlich die der Daseinsvorsorge.

Ein Ziel der Veranstaltung im Umfeld des internationalen Frauentages sei, stets eine Branche vorzustellen, in der vor allem Frauen arbeiteten, erklärte Perke Heldt am Rande und blickte zurück auf frühere Frühstückstreffen, die sich etwa den Erzieherinnen, der Gebäudereinigung und Gastronomie gewidmet hatten. Doch, um „alle Frauen ein bisschen glücklich zu machen“, erläuterte Perke Heldt, nehmen die Gastgeberinnen auch immer einen kulturellen Beitrag ins Programm auf.

Dem Jubel nach zu urteilen, gelang das Mona Harry von Anfang an. Empathisch und sympathisch erklärte die 24-jährige Studentin der Philosophie und Kunst auf Lehramt den wenigen Frauen, die noch nichts von Poetry Slams gehört hatten, nach welchen Regeln solche modernen Dichter-Wettstreits verlaufen. Harry wurde mit ihrem „Liebesgedicht an den Norden“ bekannt. Seit 2011 dichtet sie; seit 2013 geht sie mit ihrem Talent auf Tour und zählt in den Semesterferien schon mal 18 Auftritte im Monat. Gestern wagte Harry, die am Stadtrand von Hamburg aufwuchs und sich Dorfkind nennt, die Premiere eines unfassbar geistreichen Textes über das unermessliche Beschäftigtsein der Leute von heute. Eine wichtige Erkenntnis: „Dieser Text will Dir einen vom Pferd erzählen, damit Dein Leben doch mal wie ein Ponyhof ist.“

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