Engagement in Flensburg : Bürgerwette auf der Zielgeraden

Schlauchelement als Spendenröhre: Holger Pieruszka, Michael Schreve, Carsten Herzog und Britta Koch von der Flensburger Berufsfeuerwehr (von li.) mit OB Simone Lange.
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Schlauchelement als Spendenröhre: Holger Pieruszka, Michael Schreve, Carsten Herzog und Britta Koch von der Flensburger Berufsfeuerwehr (von li.) mit OB Simone Lange.

Oberbürgermeisterin Simone Lange ruft zum Endspurt für den Bürgerfonds „Flensburg hilft!“

shz.de von
31. März 2017, 05:00 Uhr

Es gibt unzählige spendenfreudige Menschen in der Stadt – doch noch ist ein bisschen Platz in den Bäuchlein der hungrigen roten Sparschweinchen, die im Rahmen der Bürgerwette des Bürgerfonds „Flensburg hilft“ überall im Stadtgebiet  darauf warten,  mit Münzen und Scheinen gefüttert zu werden.

Noch besteht die Gelegenheit, die Mäuler zu stopfen, den imaginären Turm aus Ein-Euro-Münzen auf 143 Meter anwachsen zu lassen und damit den guten Zweck zu unterstützen. Das tut auch  Oberbürgermeisterin Simone Lange. Sie  ist zuversichtlich: „Ich glaube fest daran, dass unsere Flensburgerinnen und Flensburger es schaffen. Auch in der Vergangenheit haben sie oft bewiesen, dass sie ein großes Herz haben und wozu sie in der Lage sind.“ Und sie vergisst nicht zu erwähnen, dass natürlich auch im Rathaus ein Spendenschwein aufgestellt ist. „Bestimmt entdeckt der ein oder andere vor dem Wochenende –  zum Beispiel beim Entleeren der Hosentaschen vorm Wäschewaschen oder beim Frühjahrsputz in der Sofaritze – noch verschollene, längst vergessene Münzen, die er getrost erübrigen kann.“

In diesem Zusammenhang erinnert sie daran: „Nicht nur die Schweinchen werden es uns danken – insbesondere auch unsere Mitmenschen in Notlagen, denen wir mit kleinem Einsatz große Freude bereiten werden.“

Fleißig gesammelt hat auch die Flensburger Berufsfeuerwehr. Ganz pragmatisch hat das Team um Leiter Carsten Herzog anstelle eines Sparschweins ein Schlauchstück zur Spendenurne umfunktioniert und  Oberbürgermeisterin Lange im Rathaus übergeben.   Auch dieses Beispiel beweist: Die Flensburger bilden eine  starke Sozialgemeinschaft. Sie helfen, und sei es auch nur mit kleinem Einsatz,  Mitmenschen in der Region, die – oft ohne eigenes Verschulden und trotz sozialer Sicherungssysteme – am Rande der Gesellschaft stehen. 

Wie etwa die fleißigen Auszubildenden  der Stadtwerke. Sie haben ein  Modell des Energieversorgers mit dem – sogar mit Positionslämpchen versehenen– Schornstein in  der Lehrwerkstatt gezaubert. Zusammengekommen sind auf diese Weise  runde 900 Euro. Und die Stadtwerke haben diesen Betrag kurzerhand verdoppelt.

In diesem Monat hat sich auch der Rotary Club Flensburg Nordertor auf seinen Treffen an der Sammlung für die Bürgerwette des Bürgerfonds  beteiligt. Auf den wöchentlichen Meetings ging jeweils ein Sparschwein herum, das von den anwesenden Rotariern gefüttert wurde. Neben dem guten Zweck gab es einen zusätzlichen Ansporn, das Schwein zu füttern: Diejenigen, die sich an der Fütterung beteiligt haben, durften eine Schätzung abgeben, mit wieviel Euronen das Sparschwein gemästet wurde. Derjenige, der mit seiner Schätzung dem wahren Inhalt am nächsten kam, bekam den ausgelobten Preis überreicht. Das Sparschwein wurde schließlich geschlachtet und der Mageninhalt gezählt. Heraus kam ein Meter Schornstein.

Worum geht es bei der Wette? Das Ziel ist erreicht, wenn bis zum Ende der Aktion eine Summe gespendet wird, aus der man – umgerechnet in Ein-Euro-Münzen – einen Turm bauen könnte, der so hoch ist wie der Schornstein der Flensburger Stadtwerke, insgesamt also 143,06 Meter oder  61400 Euro.
 

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