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Fast geschafft : Bürgerwette: 80 000 Euro zum Fest

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Etwa tausend Besucher feierten gestern beim Dankeschön-Fest auf dem Südermarkt – und es darf weiter gespendet werden

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:25 Uhr

Moderator Holger Heitmann nahm es vorweg: „Sie dürfen sich selbst applaudieren“, rief er den Flensburgern zu, als er das Solidaritätsfest zur Bürgerwette auf dem Südermarkt eröffnete. Tatsächlich war die Spendenbereitschaft für den Bürgerfonds enorm und getragen von einer breiten Bewegung quer durch die Bevölkerung. Einzelspenden von ein bis zu mehreren Tausend Euro summierten sich innerhalb eines Monats zu einem ansehnlichen Betrag – auch wenn das Ziel von 90 777 Euro knapp verfehlt wurde.

Der stellvertretenden Stadtpräsidentin Inge Krämer war es (in Abwesenheit des erkrankten Oberbürgermeisters) vorbehalten, das endgültige Ergebnis zu verkünden. 73 945 Euro und 55 Cent waren letztlich zusammengekommen. Völlig überraschend trat die frühere Lokalpolitikerin Anja Nielsen ans Mikrofon und stockte die Summe kurzerhand auf 80 000 Euro auf – aus privater Tasche. Sie nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass sie aus der ehemaligen Sprachheilschule an der Duburger Straße ein „Glückshaus“, eine Art „Hundertwasser-Haus“ für Kunst und Kultur errichten wolle.

Pröpstin Carmen Rahlf griff anlässlich des Erntedanksonntags an das Bibelwort „Unser tägliches Brot gib uns heute“ zurück. Sie erinnerte an „alles, was wir zum Leben brauchen – ein Dach über dem Kopf bis hin zu Kleidung für die Kinder“. Durch den Bürgerfonds werde das Bewusstsein gestärkt, „dass wir füreinander einstehen müssen“. Die Bürgerwette dürfe keine einmalige Aktion sein, der Fluss müsse in Gang gehalten werden. Stephan Richter, Chefredakteur des sh:z, nahm den Faden auf und appellierte, auch weiterhin für die gute Sache zu spenden. Die „Aktion 90 777“ werde weitergehen, bis die angestrebte Summe erreicht werde. Es werde damit in punkto Bürgersinn Geschichte geschrieben.

„Sie werden rundum mit Show und Musik versorgt“, hatte Moderator Holger Heitmann den Gästen eingangs versprochen. Und das bunte Rahmenprogramm (siehe Bericht auf der nächsten Seite) vom Duo Richard Wester & George Nussbaumer über den Tante-Maaß-Auftritt bis zum Ausklang mit Käpt’n Kümos Marching Band konnte sich, da waren sich die Besucher einig, hören und sehen lassen.

Dicht umlagert die amerikanische Versteigerung von Vogelhäuschen der Kreishandwerkerschaft. Ingrid Hansen aus Harrislee zählte zu den Gewinnern und war von dem gesamten Fest sehr angetan. Dass das Ziel nicht erreicht wurde, sei sekundär. „Es war ja auch ein gewaltiger Brocken“, sagt Ehemann Gottfried, „und jede Wette muss ja mal ein Ende haben.“

Pastor Nolte von der Diakonie und Fachbereichsleiter Horst Bendixen, zusammen mit dem Flensburger Tageblatt Initiatoren der Aktion, sagten unisono: „Auch wenn die Stadt und ihre Bürger es nicht ganz geschafft haben– wir sind einfach nur beeindruckt von der tollen Resonanz.“

 

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