Bürgermeisterwahl Glücksburg: Björn Goos bewirbt sich

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24. Juli 2013, 11:18 Uhr

Glücksburg | Die Bürgermeisterwahl in Glücksburg dürfte spannend werden. Timo Petersen ist nicht mehr bereit, sich zur Wahl zu stellen. Damit verlässt der Glücksburger das Rennen, noch bevor es überhaupt begonnen hat. Petersen, der seine Bewerbung noch nicht abgegeben hatte, war als Mitglied der CDU ihr bevorzugter Anwärter auf den Chefsessel im Glücksburger Rathaus.

Grund für seine Entscheidung sind berufliche Unsicherheiten, wie der verbeamtete Lehrer sagt. Nach einer eventuellen Amtszeit als Bürgermeister hätte er keinen Anspruch auf eine Lehrerstelle geschweige denn die erneute Verbeamtung gehabt. Das habe eine Anfrage beim Ministerium ergeben. "Die Behörde konnte mir das nicht schriftlich zusichern", erklärt der Familienvater, "auch wenn es in der Praxis bisher so gehandhabt worden sei." Ein wenig bedauert Petersen die Entwicklung: "Ich hätte mich gerne zur Wahl gestellt", sagte er mit einem weinenden Auge.

Einer, der seine Bewerbung bereits im Rathaus abgegeben hat, ist Björn Goos. Der Kriminalhauptkommissar und Referatsleiter im Innenministerium Kiel hat viele Jahre in Glücksburg gelebt und zu Beginn seiner Laufbahn bei der Polizei dort gearbeitet. Goos war viele Jahre Pressesprecher der SG Flensburg-Handewitt und des THW Kiel. Von sich Reden machte er 2012 vor der Bürgermeisterwahl in Rendsburg und auch am Chefsessel der Verwaltung Harrislee zeigte er Interesse. In Glücksburg meint es der Vater einer Tochter demnach ernst. "Ich habe mir lange Gedanken gemacht", sagte Goos gegenüber unserer Zeitung. Das Risiko der Beamtenschaft habe sich ihm nie als mögliches Problem gestellt. "Ich möchte generationsübergreifend die Zukunft der Stadt sichern." Das magere Stadtsäckel hält ihn nicht davon ab, wie er sagt.

Auf die Wahl bereiten sich dem Hörensagen nach auch zwei Frauen vor. Eine von ihnen, Kristina Franke vom Apfelhof, habe ihre Bewerbung bereits fertiggemacht, ist aus mehreren Quellen zu hören. Bis Redaktionsschluss war die Glücksburgerin nicht persönlich zu erreichen.

Transparenz und Partizipation

Die möglichen Kandidaten stellen sich in diesen Wochen nicht nur den einzelnen Bürgern vor. Die Fraktionen führen Gespräche mit ihnen. "Zwei Kandidaten haben wir bereits interviewt", berichtet Werner Kiwitt (Bündnis 90/Die Grünen). Donnerstagabend stellt sich eine weitere Kandidatenanwärterin der Partei vor. "Wir sehen positiv, dass mehrere Kandidaten Interesse haben." Doch habe sich die Fraktion bisher nicht entschieden, jemanden zu unterstützen. Erfreulich sei, dass beide Bewerber Wert auf Transparenz und Partizipation legten, freut sich Kiwitt. "Das wurde in der Vergangenheit zu wenig gelebt."

Die CDU wird keinen eigenen Kandidaten aufstellen, wie Timo Petersen sagt. Könne sich aber vorstellen, einen Bewerber zu unterstützen, wenn er die Partei denn überzeuge. Auch er spricht von bisher drei Bewerbern, die sich auf die Wahl ernsthaft vorbereiten. Eine offizielle Stellungnahme von der Gemeindewahlleitung dazu gibt es nicht. "Wir dürfen zu möglichen Bewerbern nichts sagen", erklärte Glücksburgs stellvertretende Wahlleiterin gestern. Erst nach Prüfung der Bewerbungen werde es eine Bekanntmachung geben.

Die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl läuft am 5. August ab. Die öffentliche Sitzung des Gemeindewahlausschusses, in der die gültigen Bewerbungen/Bewerber bekannt gemacht werden, findet am 9. August statt, voraussichtlich gegen Mittag.

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