Rabel : Bürgermeister sagt „Tschüss“

Helmuth Meyer ist mit Leib und Seele Kommunalpolitiker und Bürgermeister. Jetzt naht der Ruhestand.
Helmuth Meyer ist mit Leib und Seele Kommunalpolitiker und Bürgermeister. Jetzt naht der Ruhestand.

Zum vorletzten Mal leitete Helmuth Meyer aus Rabel die Gemeindevertretung.

shz.de von
22. Januar 2018, 13:15 Uhr

Für Bürgermeister Helmuth Meyer war es die vorletzte von ihm geleitete Sitzung der Gemeindevertretung. Eine wird es noch im März geben – dann ist Schluss. Nach 40 Jahren Tätigkeit in der Kommunalpolitik, davon die vergangenen 15 Jahre als Bürgermeister, läutet er seinen Abschied ein. 1978 stieg er als bürgerliches Mitglied im Bauausschuss ein, 1981 kam er als Nachrücker in die Gemeindevertretung. 2003 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Während seiner Zeit in der Kommunalpolitik kreierte er das Gemeindewappen und wirkte federführend an der Gemeindechronik mit. Nun steht noch der Umbau des Feuerwehrhauses an – die Weichen dafür sind gestellt. Seiner Heimatgemeinde Rabel war er stets eng verbunden und hatte Lust auf Gemeindepolitik. Nun aber sei es genug. Langeweile wird er nach wohl nicht haben. Der 73-Jährige kann sich vorstellen, bei der Kappelner Tafel zu helfen.

Zunächst aber leitete er noch ein vorletztes Mal die Gemeindevertretung. Ihr lag der Haushalt 2018 zur Genehmigung vor. Darin enthalten ist eine Erhöhung der Steuerhebesätze von 310 auf 350 Prozent für die Grundsteuer A, von 310 auf 360 Prozent für die Grundsteuer B sowie von 320 auf 380 Prozent für die Gewerbesteuer. Diese Erhöhung steht vor der Notwendigkeit, den zu erwartenden Fehlbedarf für 2018 abzumildern. Vor der geplanten Erhöhung schlug dieser mit rund 50 000 Euro zu Buche, durch die Erhöhung reduzierte er sich auf 23 400 Euro.

Doch bei der Sitzung kam es anders. Da monierten einige Gemeindevertreter – allen voran Arne Hinterkopf – die unterschiedliche Erhöhung bei der Grundsteuer. Bislang sei es stets so gewesen, dass beide Steuerarten in gleicher Prozenthöhe berechnet wurden. So solle es auch bleiben. Also stellte Bürgermeister Helmuth Meyer die Angelegenheit zur Abstimmung und da entschied sich eine Fünf-Stimmen-Mehrheit dafür, dass dies weiterhin praktiziert werden solle. Für Grundsteuer A und B werden jeweils 360 Prozent berechnet. Dadurch ergab sich im Haushalt eine kleine Veränderung und dem wurde zugestimmt. Das bedeutet, dass sich die Erträge im Ergebnisplan auf 820 700 und die Aufwendungen auf 843 800 Euro belaufen, woraus sich ein Fehlbedarf von 23 100 Euro ergibt.

Die Gemeinde Rabel ist kinderreich und darüber ist der Bürgermeister glücklich. Aber das bedeutet zugleich auch einen hohen kommunalen Zuschuss für die Kindergärten. Waren im zurückliegenden Jahr für 23 Kinder 63 000 Euro fällig, so erhöht sich dieser Betrag für 2018 auf 100 000 Euro. Die höheren Kosten seien, so Helmuth Meyer, nicht ohne weiteres zu verkraften. Deshalb bleibe nichts anderes, als die Steuern zu erhöhen.

Zugleich richtete die gesamte Gemeindevertretung einen Appell an die Landesregierung, die Kommunen in Sachen Kindergarten finanziell besser auszustatten. Zudem soll auch erwogen werden, die von den Eltern aufzubringenden Beiträge zu erhöhen.

In seinem Verwaltungsbericht erklärte der Bürgermeister, dass Schäden in der Kanalisation des Bürgermeister-Lass-Weges mit Bordmitteln ebenso behoben wurden wie auch bei der Oberflächenentwässerung in Hoffeld. Alles funktioniert nun wieder, wie es sein soll. Außerdem ging er auf den Umbau des Feuerwehrhauses ein. Das soll um 1,50 Meter verbreitert und um fünf Meter verlängert werden. Weil das Gebäude unweit des Dorfteiches steht, wurde die Entnahme von Bodenproben veranlasst – das Ergebnis steht noch aus. Zudem hat Meyer „unsere Zeichnungen“ an die Feuerwehr-Unfallkasse zwecks Begutachtung geschickt – auch da hat es noch keine Antwort gegeben. Der nächste Schritt wird laut Bürgermeister das Einschalten eines Architekten sein, bevor dann ein Bauantrag gestellt wird. Auf alle Fälle wird der Umbau schon mal mit 5000 Euro im Haushalt 2018 berücksichtigt.





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