Steinbergkirche : Bürgermeister Müller hört auf

Seit zehn Jahren ist Gernot Müller Bürgermeister von Steinbergkirche. Bei der nächsten Wahl tritt er nicht wieder an.
Seit zehn Jahren ist Gernot Müller Bürgermeister von Steinbergkirche. Bei der nächsten Wahl tritt er nicht wieder an.

Steinbergkirches Dorfchef tritt bei der Kommunalwahl nicht wieder an.

shz.de von
08. März 2018, 13:55 Uhr

„Bürgermeister der größten Gemeinde im Amt Geltinger Bucht zu sein, ist ein Fulltime-Job“, sagt Gernot Müller (61, Wählergemeinschaft). Seit zehn Jahren steht er an der Spitze der Gemeinde Steinbergkirche, doch bei der nächsten Wahl tritt er nicht wieder an. Stattdessen will er sich ganz auf seinen Beruf als selbstständiger „Küchenprofi“ konzentrieren. Alles andere sei nicht länger machbar.

Den aus Baden-Württemberg stammenden Müller verschlug es als 19-Jährigen als Zeitsoldat zur Marine nach Eckernförde. Müller lernte seine Frau kennen und blieb im Norden. 1994 kam der inzwischen fünffache Vater mit seiner Familie nach Steinbergkirche und machte sich selbstständig. Schon bald stieg er in die Kommunalpolitik ein, gehörte der Gemeindevertretung von 1998 bis 2003 und wieder ab 2008 an und ist seitdem Bürgermeister.

Nun also gibt Müller das für ihn sehr zeitaufwändige Ehrenamt auf, weil es sich nicht länger mit seinem Beruf vereinbaren lässt: „Der Beruf und auch die Familie gehen vor“, sagt Müller. „Eine wunderbare Zeit“ seien die vergangenen zehn Jahre gewesen, die er nicht missen möchte, ergänzt er. In der 17-köpfigen Gemeindevertretung habe es eine stets konstruktive Zusammenarbeit gegeben, und das hoffe er auch für die kommunalpolitische Zukunft ohne ihn – zum Wohl der Gemeinde.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung zeigte Müller sich erfreut darüber, dass die 2016 an die Nordstraße verlegte Kleiderkammer des DRK von einer zunehmenden Anzahl von Einheimischen und Asylbewerbern in Anspruch genommen werde und zu ein „Kleiderkammer für alle“ geworden sei.

Für das Baugebiet „Ostertoft“ (14 Bauplätze) wurden die wurden die Vor- und Nachteile des zur Wahl stehenden Entwässerungskonzeptes – Regenrückhaltebecken oder unterirdischer Puffer – abgewogen. Schließlich wurde für einen unterirdischen Puffer plädiert, auch wenn die Kosten, die auf die Grundstücke umzulegen sind, noch nicht feststehen.

Der Durchführungsvertrag für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum an der B 199“ wurde bereits von dem Vorhabenträger unterschrieben. Er sieht vor, dass die Betreiber der beiden Supermärkte, die neu entstehen werden, Kundentoiletten vorzuhalten haben. Außerdem soll eine Ladestation für Elektroautos installiert werden. Damit, so Bürgermeister Müller, sei die Sache abgeschlossen, und es könne mit dem Bau begonnen werden. Für Bankettenarbeiten in Großquern und Neukirchen verlangt ein Anbieter rund 6500 Euro – ein Angebot, das überzeugte und dem zugestimmt wurde. In der Pumpenstation Nübelfeld soll eine neue Technik eingebaut werden; die Kosten hierfür betragen 13 070 Euro.

Gemeindevertreterin Birgitt Jessen-Braun machte sich für mehr insekten-freundliche und damit blühenden Wiesen und Grünstreifen in der Gemeinde stark und fand Zustimmung. Einerseits will die Gemeinde selbst für blühende Bereiche sorgen, aber auch Privatleute sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Wer Näheres wissen möchte, kann sich mit Birgitt Jessen-Braun in Verbindung setzen.


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