zur Navigation springen

Hilfe für Bedürftige : Bürgerfonds: Mit einer neuen Wette hoch hinaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Initiatoren planen Aktion nach dem Vorbild von 2014 – damals kamen 90 877 Euro zusammen

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2017 | 06:17 Uhr

Die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung kommt nicht bei allen Bürgern an. So hat sich etwa die Kinderarmut in Flensburg verfestigt: Jedes vierte Kind gehört zu einer Hartz IV-Bedarfsgemeinschaft – insgesamt fast 3000 Kinder in der Stadt

Und so kommt es auch, dass ein wichtiges Werkzeug gegen die Not in der Stadt selbst bald Not leiden könnte: Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt hat in den fünf Jahren seines Bestehens schon 380  000 Euro ausgeschüttet und so einer vierstelligen Zahl in Zwangslagen geratener Bürger mit Einmalhilfen bis 300 Euro aus der allergrößten Not helfen können – immer dort, wenn keine Versicherung oder staatliche Stelle sich mehr zuständig fühlt: eine verschimmelte Matratze im Kinderbett, eine Rentnerin, die sich kein Hörgerät mehr leisten konnte, die teure Fahrt eines Mädchens in die Spezialklinik nach Hamburg, die niemand außer dem Bürgerfonds übernehmen wollte – viele machen sich keine Vorstellung davon, woran Menschen verzweifeln können.

Immerhin: In diesem Monat kann der Bürgerfonds mit gut 16  000 Euro aus der Hilfe im Advent rechnen (wir berichteten). Doch da die Hilferufe nicht weniger werden, wird das nicht lange reichen.

Deshalb starten die Bürgerfonds-Partner Diakonie, Stadt und Tageblatt im März eine zweite Bürgerwette nach der großen Aktion vom September 2014. Zur Erinnerung: Damals wettete der Bürgerfonds, mit vielen engagierten, kleinen und Initiativen und Aktionen mehr Geld für den Fonds in Euro zu sammeln als die Stadt Einwohner hat. Mit Erfolg: Nach gut vier Wochen und einem Abschlussfest auf dem Südermarkt standen 90  877 Euro unterm Strich. „Damals waren meine Azubis mit Azubis aus den Nachbarschaftsfirmen dabei und haben einen Flohmarkt veranstaltet“, erinnert sich Bürgerfonds-Beiratsmitglied Susanne Kühn (Jacob Erichsen). Das habe nicht nur großen Spaß gemacht, sondern allen bewusst gemacht, dass es Menschen in unserer Region gibt, die dort Hilfe benötigen, wo keiner mehr hilft.

Worum es in der neuen Wette geht, will Diakoniepastor Thomas Nolte noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir wollen diesmal hoch hinaus.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen