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Online-Petition : Bürger stimmen für das Landestheater

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weit über 10.000 Menschen haben ihre Unterschrift unter die Online-Petition „Rettung des Landestheaters Schleswig-Holstein“ gesetzt. Damit soll die Schleswiger Ratsversammlung erreicht werden.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 19:49 Uhr

Flensburg | Wenn er zweieinhalb Stunden lang ein Konzert dirigiert, dann sei das in diesem Moment das Wichtigste. Diese Möglichkeit, künstlerisch eine Auszeit zu nehmen, betrachtet Peter Sommerer als einen der Vorzüge seines Berufs. Ansonsten sei die Lage des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und seines Sinfonieorchesters im Alltag allgegenwärtig, sagt sein Generalmusikdirektor. „Was ich als meinen Auftrag sehe, ist die künstlerische Fahne hochzuhalten“, erklärt er. Während vor vier Jahren das Landestheater in Frage gestellt worden sei, habe sich seither „viel getan“. Für Ballettvorstellungen beispielsweise gebe es Wartelisten, weiß der Dirigent. Die Resonanz, die Wahrnehmung des Theaters in Briefen und Gesprächen, empfindet er als messbar und positiv. Sein Eindruck: „Weil wir nicht im Elfenbeinturm etwas tun, sondern vorkommen in den Städten, im Land.“ Peter Sommerer wendet die Frage, ob sich das Land sein Theater leisten könne, lieber so: „Können wir es uns leisten, das Landestheater nicht zu haben?“ Sein Generalmusikdirektor, geboren in Steyr, betrachtet es als einen Beitrag dazu, Schleswig-Holstein attraktiv zu machen.

So denken Tausende: Weit über 10.000 haben inzwischen ihre Unterschrift unter die Online-Petition „Rettung des Landestheaters Schleswig-Holstein“ gesetzt. Sie richtet sich zunächst an die Schleswiger Ratsversammlung, die Ende Februar in einer Sondersitzung erneut über den Theater-Neubau berät. Peter Sommerer hält diese Initiative des Ensembles für ein „ gutes Mittel, im Internet zur Sensibilisierung für ein bestimmtes Thema und zur Steigerung der Aufmerksamkeit beizutragen“. Er hofft auf Konsequenzen fürs Handeln: „Die breite Wahrnehmung kann der Politik nicht egal sein.“ Allerdings braucht das Theater insgesamt 20.000 Online-Stimmen, also fast noch einmal so viele wie abgegeben. Dafür bleiben 26 Tage.

Währenddessen geht das Theaterleben weiter. Das vierte Sinfoniekonzert steht bevor. Sommerer verspricht „Raritäten“, darunter Richard Wagners einziges geistliches Chorwerk, die biblische Szene „Das Liebesmahl der Apostel“ als Erstaufführung in Norddeutschland. Minutenlang wird ein Männerchor ohne Orchester singen; es setzt erst mit dem Auftritt des Heiligen Geists ein. „Te deum“, eine der vier geistlichen Kompositionen Giuseppe Verdis (Quattro Pezzi Sacri), und auch eine der letzten, habe der Italiener als sein bestes Werk bezeichnet. Sommerer nennt es „sein persönlichstes“.

Seit September 2013 pendele Chordirektor Bernd Stepputtis zwischen mehreren Städten, um die 94 Chorsänger auf das Konzert vorzubereiten. Denn um die Mammutaufgabe zu stemmen, sind neben dem Opern- und Extrachor des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters, auch Mitglieder der Chöre der Bayreuther Festspiele, der Deutschen und der Staatsoper Berlin sowie Sänger der Extrachöre der Hamburgischen Staatsoper und der Oper Kiel für das 4. Sinfoniekonzert beteiligt. In diesen Tagen führt Stepputtis die einzelnen Chöre zusammen. Peter Sommerer ermuntert, sich das Ergebnis anzuhören: „Man kann beide Komponisten kennen lernen in sehr komprimierter Form.“  

Petition: Noch 26 Tage lang können Bürger im Internet die Online-Petition zur Rettung des Landestheaters Schleswig-Holstein unterzeichnen. Das Ensemble hat diese Petition initiiert. Petitionsempfänger ist die Ratsversammlung Schleswig, die Ende Februar in einer Sondersitzung erneut über den Theaterneubau berät. Gestern Abend hatten 10.652 Menschen ihre Unterschrift hinterlassen, rund 4200 aus Schleswig-Holstein.

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