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Rotoren in Hüllerup : Bürger in Sorge über Windenergie-Projekte

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Was das Windenergie-Projekt in Hüllerup betrifft, befürchten die Bürger einen Umzingelungseffekt. Zudem wünschen sie sich die von einigen Parteien im Ort propagierte Transparenz.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Eine halbe Stunde war der Handewitter Planungs- und Umweltausschuss in Gang, da mussten die sieben Bürger plötzlich die Aula der Gemeinschaftsschule für einige Minuten verlassen. „Wir wurden vor die Tür gescheucht wie die Hunde“, ärgerte sich der Timmersieker Peter Hellmann. Ausschuss-Vorsitzende Helga Knaack (Grüne) begründete dies mit dem „Einhalten bestimmter Verfahren“. Das Gremium hatte eine Aussprache über einen Vertrag mit „Repower“ auf der Tagesordnung, musste aber schon für die Entscheidung, ob der Punkt in den nicht-öffentlichen Teil gehört, so tief in die Materie einsteigen, dass die Zuhörer auf den Flur verbannt werden mussten.

„Nicht-öffentlich“, lautete die Übereinkunft. „Schade, deshalb war ich gekommen“, sagte Holger Bahnsen aus dem Süden der Gemeinde. Westlich von Hüllerup existiert nach wie vor eine undurchschaubare Gemengelage wegen aufziehender Windenergie-Projekte. Für zwei riesige Offshore-Testanlagen hat „Repower“ zwar die Genehmigung, möchte aber verkaufen. Zusätzlich kursieren Anträge für gängige Windrotoren.

Bahnsen wünscht sich eine rechtzeitige Infoveranstaltung. „Dieses Thema sollte mit der Transparenz behandelt werden, die von einigen Parteien propagiert wird“, sagte er. Derweil hat sich die Gemeinde mit dem Jübeker Planungsbüro „Eff-Plan“ Unterstützung für eine F-Plan-Änderung geholt. Damit soll die Aufstellung von konventionellen Anlagen auf der als Windeignungsgebiet eingezeichneten Hülleruper Fläche gesteuert, ein „Umzingelungs-Effekt“ vermieden werden. „Dem Bürger sind wir es in jedem Fall schuldig, dort einzugreifen“, so Steffen Steinfurth (KWG). Ungewiss ist aber, ob mehr als nur eine Verzögerung der beantragten Rotoren möglich ist. Am Rande wurde von einem Gerichtsverfahren gesprochen.

Eine gewisse Unruhe schwebte über der ganzen Sitzung. Hauptgrund: Atmosphärische Störungen zwischen der Vorsitzenden und ihrem Stellvertreter Peter von der Wehl (SSW). Er fehlte beim letzten Mal, als Knaack seinen Antrag auf Baumpflanzungen ablehnte. Sie sprach von einem „Geschmäckle“, da auch der Ihlseeweg, wo von der Wehl wohnt, bedacht werden sollte. Er reduzierte den Antrag nun auf eine Anfrage und berichtete von einem „cholerischen Anruf“ der Vorsitzenden. „Ich bin nicht Ihr Leibeigener“, erklärte er in der Runde. „Sie haben das Tischtuch zerschnitten.“ Knaack nahm nur kurz Stellung: „So stelle ich mir eine Zusammenarbeit nicht vor.“

Ein angenehmes Sitzungsklima ließ sich nicht mehr herstellen. Zum „Fracking“ hatte Knaack einen neuen Resolutionsentwurf an alle Fraktionsvorsitzenden verschickt. Daneben existierte ein Antrag der SPD, verfasst von Dirk Hoppe mit Bezug auf eine Kreis-Resolution. Phasenweise sah es so aus, dass eine gemeinsame Aktion gegen die von allen missbilligte unterirdische Energiegewinnungs-Methode wegen Missverständnissen scheitern könnte. Dann stellte Wolfgang Hennig (SPD) klar: „Der neue Entwurf ist keine Lex Knaack, Kreis und Wasserverband sind mit drin.“ Das einstimmige Votum war gerettet.

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