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Glücksburg : Bücherei verdoppelt Anmeldezahlen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Glücksburger Bibliothek werden die audiovisuellen Medien am häufigsten ausgeliehen. Die Leiterin der Einrichtung will die Lesekompetenz bei Kindern fördern.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Zuwachs in Glücksburgs Bücherei: Die Einrichtung verzeichnete 2013 fast doppelt so viele Anmeldungen wie im Jahr zuvor. 123 Personen (66) ließen sich nach Angaben Stefanie Ritters, Leiterin der Stadtbücherei Glücksburg, registrieren. Insgesamt habe die Bücherei 811 aktive Nutzer, davon 222 Kinder, sagte sie im Sozial- und Kulturausschuss, in dem Vorsitzender Michael Schulz (SPD) an diesem Abend Brigitte Günther (SSW) begrüßte. Sie rückt für Elisabeth Riise nach, die auf eigenen Wunsch Ende 2013 ausgeschieden war

Ritter ist zuversichtlich, was die Nutzung der Bücherei betrifft: „Ich denke, dass eine weitere Steigerung möglich ist.“ Ein aktueller Medienbestand würde dabei unterstützen, erklärte die 28-Jährige, die die Bestandsaufnahme noch nicht abgeschlossen hat. Eine erste Übersicht gab Ritter dennoch. Von den rund 18 000 Medien wurden die 2700 audiovisuellen Angeboten mit 13 800 Ausleihen stark nachgefragt. Die 3400 Kinderbücher wurden 14 200 mal entliehen. Die 3000 Werke der schönen Literatur sind 9600 mal genutzt worden. Die 5900 Sachbücher bilden mit 7000 Ausleihen das Schlusslicht. Ritter wusste auch, warum: Der Bestand sei überhaupt nicht mehr aktuell. Würde dort Neues angeboten, stiegen auch hier die Ausleihzahlen, versicherte sie. Einschließlich der 3100 Ausleihen von Zeitschriften zählte die Stadtbücherei insgesamt 50 250 Entleihungen. 1300 Medien wurden 2013 gekauft, 2000 Titel sind aussortiert worden.

Seit geraumer Zeit arbeiten Politik und Bücherfreunde an einer Neuausrichtung der Bücherei. „Wir wollen die Lesekompetenz der Kleinsten fördern“, benennt Ritter das neue Ziel. Die Büchereileiterin, die ihren Master in Informationswissenschaft und -management machte, hat die Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten verstärkt. So sind alle 14 Tage Schüler der Schule am Kegelberg zu Besuch. Die Kinder des ADS-Kindergartens kämen besonders gerne. Bei den Leseanfängern sind die Leselöwen oder Lesepiraten die Hits.

Ritter erinnerte an Aktionen wie den Bücher-Klick, für den die Bücherei online monatlich ein Buch vorstellt, die Vorlesestunde oder auch die Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag (an dem Glücksburg ausgezeichnet wurde, wir berichteten). Ohne die ehrenamtlichen Mitstreiter könnte sie diese Angebote nicht machen, dankte sie den Förderern der Einrichtung für deren Engagement.

Die Wunschliste von Ritter ist lang. Sie möchte sich an der Aktion „Lesestart“ beteiligen, einem bundesweiten Programm zur Leseförderung, das von Kinderärzten, Grundschulen und Bibliotheken, sozialen wie kommunalen Einrichtungen unterstützt wird. Die Bibliotheken wenden sich mit einem besonderen Angebot an Eltern und deren dreijährige Kinder. Das Bundesbildungsministerium und die Stiftung Lesen fördern dabei. Auf der Wunschliste hat Ritter die Teilnahme am alljährlichen Ferienpass-Angebot. Sie rät dazu, eine „Onleihe“ aufzubauen und über die Anschaffung von E-Book-Readern nachzudenken. Und mit mobilen Regalen könnte der Bestand nicht nur ansprechender präsentiert, sondern auch dem Raummangel begegnet werden, sagte sie.

PCs und die Software müssten erneuert und aktualisiert werden. Vor allem durch den Einsatz neuer Hard- und Software hofft Ritter auf mehr Zeit für inhaltliche Arbeit. Mit Blick auf die Kooperation mit den Schulen und Kindergärten sagte sie: „Ich wünsche mir sehr, dass wir den Kindern auch inhaltlich etwas vermitteln können.“ Die Fachfrau denkt dabei an einen moderierten Kinderlese-Club, in dem in Absprache mit der Schule Unterrichtsstoff aufgegriffen wird. Unterstützung erfuhr Ritter von den Freunden und Förderern der Stadtbücherei. Deren Wünsche stellen wir in Kürze vor.

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