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Mann soll Bekannte vergewaltigt haben : Brutale Szenen in Flensburg-Engelsby

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein 27-Jähriger steht wegen zweifacher Vergewaltigung und Körperverletzung vor Gericht. Er soll eine Bekannte zweimal unter Gewalteinwirkung missbraucht haben.

Eines scheint klar zu sein. Ein kurzer Prozess wird das nicht unbedingt. Seit gestern muss sich Nico D. vor der 2. Großen Strafkammer wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Nötigung verantworten. Zum Auftakt blieb es gestern Mittag bei der Verlesung der Anklage. Ab Freitag steigt die Kammer tiefer ins Hauptverfahren ein. Es sind zunächst sechs weitere Termine für die Hauptverhandlung anberaumt.

Zu klären sind Vorfälle im Zeitraum zwischen dem 22. Dezember und dem 2. April dieses Jahres, bei denen jedes Mal die Flensburgerin C. K. Opfer gewesen sein soll. Zu klären auch, die Beziehung, die Täter und Opfer zu jener Zeit hatten. Denn Fremde waren sie nicht. Der 27-Jährige soll laut Anklage erstmals in der Nacht auf den 23. Dezember gewalttätig geworden sein. In einer Wohnung im Vogelsanger Weg soll er die junge Frau erst aufgefordert, dann gezwungen haben, sich auszuziehen. Mit den Worten „Ich erwürge Dich, wenn Du schreist“, soll er K. gefügig gemacht haben. Er habe sich dann ohne Rücksicht und Erbarmen an der weinenden Frau vergangen, hielt ihm die Staatsanwaltschaft vor. Um sie am Schreien zu hindern habe er sie während der Vergewaltigung am Hals gewürgt.

Das zweite Mal drohte er nicht mit dem Erwürgen. Das zweite Mal zeigte er ein Messer. „Ich stech’ Dich ab!“, sagte er am 18. Januar, als er sein Opfer besuchte. Laut Anklage habe er die Frau zu sich in seine Wohnung lotsen wollen. Doch den Plan musste er aufgeben. Er schaffte es zwar, sein Opfer mit weiteren Drohungen und Schlägen durch Engelsby Richtung Glücksburger Straße zu prügeln, doch als im Trögelsbyer Weg mit einem Mal das Handy seines Opfers klingelte, verlor er die Kontrolle. Sein Opfer unternahm einen Fluchtversuch, den er zunächst erfolgreich unterbinden konnte. Als dann allerdings eine mutige Zeugin erschien, die den Schreien des Opfers gefolgt war, ließ er von C. K. ab. Die Frau konnte fliehen.

Als sie zwei Wochen später bei Nico D. erscheint, um das Handy zurückzufordern dreht sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft die Eskalationsspirale noch ein Stückchen weiter. Er drängt sie in die Toilette und vergewaltigt sie dort. Wieder drückt er ihr den Hals zu. Folgt in der Folgezeit Reue? Oder ist es die Reaktion auf die Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs, die das Opfer mittlerweile gestellt hat? Die Anklage berichtet von einem weiteren Treffen in der Merkurstraße, am 1. oder 2. April. Da habe sie D. abgefangen. Habe sie in Richtung Spielplatz geschubst. Wieder geschlagen. Wieder gewürgt. Aber gefragt: „Wie kann ich es wieder gut machen? Wie kannst du mir verzeihen?“ So wie es die Staatsanwältin darstellt, wohl nur rhetorische Fragen. Nico D. scheint es in erster Linie um den eigenen Hals zu gehen. „Ich habe ein Kind, ich kann nicht wieder ins Gefängnis.“

Da ist er im Moment aber gerade wieder angelangt. Seit seiner Festnahme im April ist er in Untersuchungshaft, und sollte er wegen schwerer sexueller Nötigung verurteilt werden, drohen ihm wenigstens fünf Jahre Haft. Die Verhandlung wird am Freitag um 10.15 Uhr fortgesetzt.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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