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Adelby 1 : Brigitte Handler: Eine Pionierin der Integration

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Adelby 1: Heute wird Brigitte Handler in den Ruhestand verabschiedet – an ihrem 63. Geburtstag.

shz.de von
erstellt am 30.Jun.2015 | 07:30 Uhr

Flensburg | Als man in Flensburg das Wort Inklusion noch nicht einmal buchstabieren konnte, war Brigitte Handler schon auf dem Weg.

Nachdem sie vor 29 Jahren die Leitung des Kindergartens Adelby am Preesterbarg übernommen hatte, wurde wenig später unter ihrer Regie die erste Integrationsgruppe Flensburgs aus der Taufe gehoben. „Wir brauchen mehr Platz für Menschen mit Behinderung“, forderte Brigitte Handler seinerzeit. Daran hat sich sich bis heute nichts geändert. An ihrem 63. Geburtstag geht die unermüdliche Kämpferin für Inklusion und langjährige Geschäftsführerin von Adelby 1 in den Ruhestand – und übergibt ihrem Nachfolger Heiko Frost ein kleines „Imperium“ mit fast 400 Mitarbeitern.

Erste Station der gebürtigen Flensburgerin („Das ist meine Stadt“) ist der Sonderkindergarten Langberg. Sie bildet sich zur Heilpädagogin fort, später kommen Familientherapie und Sozialmanagement hinzu. Arbeitet danach bei der Diakonie und als stellvertretende Leiterin der städtischen Wohngemeinschaften, bevor sie, wieder zurückgekehrt, in Adelby eine beeindruckende Expansion vorantreibt. Es entstehen immer mehr Integrationsgruppen in weiteren Kitas, 1993 bilden sich in der Kita So-Lie zusätzlich fünf heilpädagogische Gruppen. Der Effekt: Kinder mit Förderbedarf müssen nicht in andere Einrichtungen wechseln. Den Grundgedanken formuliert Brigitte Handler so: „Wir wollen sie nicht mehr abschieben, wir müssen vielmehr etwas tun, damit sie bei uns bleiben können.“

1994 kommt es zu einer Zäsur. Brigitte Handler unterbreitet dem Vorstand des Trägervereins den Vorschlag, eine GmbH zu gründen – mit dem Ziel der wirtschaftlichen Absicherung der ehrenamtlich Tätigen. Die Mitgliederversammlung stimmt zu. Zehn Jahre später vereinigen sich alle Einrichtungen unter dem Dach von „Adelby 1 Kinder und Jugenddienste“ – ein Non-Profit-Unternehmen, wie die Pädagogin betont, die in ihrem Wirken die Kita-Landschaft der Region gehörig in Bewegung gebracht hat. „Es war immer mein größtes Ziel, die Kinder in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken“, sagt sie. Wohl wissend, dass „wir trotz aller Erfolge noch lange nicht am Ende sind“.

Brigitte Handler, und das wissen ihre Mitarbeiter zu schätzen, hat gesellschaftlich relevante Trends und Themen immer sehr frühzeitig erkannt. Und umgesetzt! Was heute ab 11 Uhr in der Walzenmühle auf sie zukommen wird, entzieht sich allerdings ihrer Spürnase. „Aufhören?“, sagt sie, „ich weiß gar nicht, wie das geht.“ Und so wird sie sich eine Tasse Kaffee einschenken, sich setzen und sehen, was passiert.

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