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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 01:13 Uhr

Dollerup : Brauer übernehmen Brennerei

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Flensburger Firma Sauer & Hartwig will das erfolgreiche Konzept der Dolleruper Destille bewahren und mit neuen Produkten punkten. Auch die Gastronomie wird im bisherigen Rahmen fortgeführt.

Die Dolleruper Destille hat einen neuen Eigentümer. Die Übernahme durch die Privatbrauerei Sauer & Hartwig GmbH aus Flensburg erfolgte zum Jahreswechsel. Es gab zwar einen Betreiberwechsel, es gibt jedoch keinen Wandel in der betrieblichen Philosophie – im Gegenteil, das bekräftigte einer der neuen Inhaber Werner Sauer. Beide Unternehmen werden unter dem Dach der neugegründeten „Getränke Kreativwerkstatt“ gemeinsam weitergeführt.

Die Anfänge der Destille liegen mehr als 20 Jahre zurück. Im alten Spritzenhaus in Streichmühle begann Manfred Weyrauch 1990 nebenberuflich mit einer kleinen Mosterei. 2003 erfolgte der Umzug in den am heutigen Standort im Neukirchener Weg im Dolleruper Ortsteil Streichmühle errichteten Neubau und eine Ausweitung des Angebots. Unter einem Dach befinden sich dort, direkt an der Nordstraße, neben der Mosterei ein Wein- und Spirituosenladen, eine Weinstube mit Gastronomie und Deutschlands nördlichste Obstverschlussbrennerei (siehe Info-Kasten).

Aus Altersgründen suchte Weyrauch seit einiger Zeit nach einem Nachfolger. Da traf es sich gut, dass er aufgrund geschäftlicher Verbindungen den seinerzeit bei der Flensburger Brauerei tätigen Diplombraumeister Sauer kannte und beide auch dem Flensburger Brautechniker-Stammtisch angehören. Dort sprach Weyrauch seine Absicht an und stieß bei Sauer auf offene Ohren. Der hatte sich selbstständig gemacht und mit seinem Partner Dr. Axel Hartwig eine Privatbrauerei gegründet. Dort werden hochwertige Biere aus völlig natürlichen Rohstoffen hergestellt. Die gleiche Philosophie verfolgt Weyrauch bei seinen edlen Obstbränden.

Für Sauer ist das Ziel klar: „Gemeinsam werden beide Manufakturen ihr Kompetenzen bündeln und den Einsatz vorhandener Ressourcen optimieren.“ So sollten die Chancen, die ein immer stärker globalisierter Markt biete, genutzt werden, um regionale Genüsse erhalten zu können. Aus diesem Grund war Weyrauch auch schon bisher Mitglied bei „Feinheimisch“, einem landesweiten Netzwerk aus Produzenten und Gastronomiebetrieben, die auf hohe Qualität und Vielfalt beim Lebensmittelangebot achten und dabei in erster Linie auf regionale Produkte setzen. In dieses Netzwerk soll auch die Brauerei einbezogen werden.

Weyrauch wird sich nicht sofort vollkommen aus seinem alten Unternehmen zurückziehen, sondern einen gleitenden Übergang gewährleisten. Zudem will er noch einige Jahre dabei mitwirken, bisherige Produkte zu verbessern und neue zu entwickeln. So wurde 2012 in Dollerup erstmals Whisky gebrannt. Er ruht zurzeit in Fässern verschiedener Hölzer und geht nach der vorgeschriebenen Mindestlagerzeit von drei Jahren 2015 in den Verkauf.

Seit kurzem fertig und lieferbar ist bereits der „A1Q“, Angelns erster Aquavit, aus Kräutern und Gewürzen destilliert und im Sherry-Fass gelagert. Für die Zukunft ist die Produktion eines unverschnittenen echten Rums aus Zuckerrohr geplant. Versuche dazu laufen bereits. Der Tüftler Weyrauch ist also keineswegs bereit, seine Hände jetzt schon endgültig in den Schoß zulegen.

Unter der neuen Leitung geht der Betrieb in Dollerup, der verstärkt für die Präsentation neuer Produkte genutzt werden soll, wie gewohnt weiter. Das Gleiche gilt auch für die seit April 2013 an Bianka Mähl verpachtete Gastronomie, die von ihr ebenfalls im bisherigen Rahmen fortgeführt wird.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 07:45 Uhr

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