zur Navigation springen

Comeniusschule Flensburg : Brandstifter randaliert bei der Polizei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aufatmen an der Comeniusschule: Zwei Monate nach der Brandstiftung sind die mutmaßlichen Täter gefasst. Das Motiv wirft weiter Rätsel auf.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Riesige Erleichterung bei Lehrern und Eltern: Die Brandstifter von der Comeniusschule sind gefasst. Zwei Monate, nachdem die Täter das Feuer gelegt hatten, führten die Ermittlungen der Kripo nun zu einem belastbaren Ergebnis: Dringend tatverdächtig ist ein 18-jähriger ehemaliger Schüler der Gemeinschaftsschule, sein 15-jähriger Bruder, der bis Dienstag noch am Unterricht teilnahm, zeigte sich dagegen während der ersten Vernehmung geständig.

Das Kollegium wurde über den Erfolg am Vormittag informiert. „Wir haben alle aufgeatmet“, sagen Schulleiter Thomas Nonn und seine Stellvertreterin Sabine Hansen. „Es hat lange gedauert, aber die Polizei hat alles getan, um den Fall schnell aufzuklären“, loben sie die Ermittlungsarbeit. Rätselraten herrscht weiterhin über das Motiv. „Darüber“, sagt Nonn, „kann man nur spekulieren.“

Am 25. November letzten Jahres war das Feuer gegen 4.30 Uhr im Rektorat der Schule am Drosselweg ausgebrochen. Die Brandstifter waren offenbar über ein Fenster in das Gebäude eingedrungen, sie verschütteten Flüssigkeiten aus dem Chemieraum, durchtrennten Elektrokabel, zerstörten Scheiben, bevor sie zündelten. Es entstand erheblicher Sachschaden, die Schule musste für einige Tage schließen.

„Über mehrere Hinweise von engagierten Schülern erhärtete sich der Tatverdacht “, teilte Polizeisprecher Matthias Glamann gestern Nachmittag mit. Zuvor hatten die Ermittler dem 15-Jährigen in der Schule einen Besuch abgestattet, sie brachten ihn direkt in die elterliche Wohnung. „Dort“, so Glamann, „erfolgte die richterlich angeordnete Durchsuchung – in Anwesenheit der Erziehungsberechtigten.“ Bei der Vernehmung räumte er ein, die Schule mit dem Ziel aufgesucht zu haben, dort einzubrechen, den Brandbeschleuniger hätten sie bereits im Gepäck gehabt.

Sein 18-jähriger Bruder, der Aussagen zum Tatgeschehen verweigerte, und seine 16-jährige Freundin stehen darüber hinaus im Verdacht, drei weitere Einbrüche im Flensburger Umland begangen zu haben. Betroffen sind ein Handewitter Kindergarten (in zwei Fällen) und eine Fahrschule in Flensburg. „Ob die drei für diese und andere Straftaten verantwortlich sind“, so Glamann, „wird derzeit geprüft.“

Der Ältere der Geschwister ist nach Tageblatt-Informationen schon früher auffällig gewesen. Er habe Schwierigkeiten im Umgang mit Autoritäten gehabt, heißt es. Während der Berufseinstiegsbegleitung sei er intensiv betreut worden. Doch er war offenbar in den falschen Kreisen unterwegs – bis es bergab ging. „Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen beleidigte der 18-jährige Beamte und Ermittler permanent“, schildert Glamann. „Er zeigte sich stimmungsschwankend, aggressiv und randalierte unter anderem im polizeilichen Gewahrsam.“ Da keine Haftgründe vorlagen, wurden die Tatverdächtigen entlassen, der 15-jährige an die Erziehungsberechtigten übergeben.

„Es ist ja nicht nur Erleichterung, die uns bewegt“, sagt Jens Koll, langjähriger Lehrer und Ganztagskoordinator an der Comeniusschule, die von 320 Schülern besucht wird. Man sei auch enttäuscht, wenn nicht gar erschüttert über die Entwicklung der beiden Jungen. „Wir alle haben viel Zeit und Mühe investiert, haben immer wieder versucht, ihnen Brücken zu bauen.“

 

Video aus dem shz.de-Archiv

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen