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Flensburger Tageblatt

20. November 2017 | 18:37 Uhr

Hasselberg : Brandruine soll versteigert werden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Gebäude in Schwackendorf verunstaltet seit drei Jahren das Ortsbild.

Hasselberg | Die hässliche Brandruine in Schwackendorf wird in naher Zukunft für immer verschwinden. Das jedenfalls erhoffen sich die Bürger und die Hasselberger Kommunalpolitiker. Seit rund drei Jahren verunziert dieser zum Teil von Gras und Sträuchern überwucherte Trümmerhaufen an der Meiereistraße das Ortsbild. Nach den Worten von Bürgermeister Hans-Heinrich Franke steht nach einer gerichtlichen Entscheidung in Kürze die Zwangsversteigerung des 2000 Quadratmeter großen Anwesens bevor.

Vor mehr als hundert Jahren war das verschwundene Gebäude als Bahnhofsgaststätte in Schwackendorf gebaut worden – ein anfangs beliebter Treffpunkt der Einheimischen. Doch nachdem die Kleinbahnstrecke zwischen Gelting und Kappeln verlegt und später ganz abgebaut wurde, verlor die gastronomische Einrichtung an Bedeutung.

Das Grundstück erwarb eine Unternehmerin aus Eckernförde. Sie hatte den ehrgeizigen Plan, hier ein Hotel zu errichten. Doch ihre Träume reiften nicht. So stand das Gebäude jahrelang leer, und im Dorf rätselten die Leute, wieso das Anwesen so verfiel. Niemand übernahm die Pflege. Wind und Wetter setzten dem Haus zu. Regen drang durch das marode Dach und richtete weitere Verwüstungen an. Für spielende Kinder wurde das Anwesen zu einem Gefahrenpunkt, wenn sie sich dort unerlaubt Zugang verschafften. Aus diesem Grund ergriff damals die Gemeindevertretung die Initiative: Sie überzeugte die Bauaufsicht des Kreises davon, den Abriss der alten Gastwirtschaft auf Kosten der Eigentümerin zu verfügen. Dazu kam es nicht mehr: Ende Juni 2014 stand das ungenutzte Gebäude plötzlich in Flammen. Die Ursache für das Feuer konnte nicht geklärt werden.

Nachdem die Ex-Gastwirtschaft längere Zeit in Schutt und Asche gelegen hatte, suchte Bürgermeister Franke nach einem Ausweg: Er bot der Eigentümerin an, das gesamte Areal zum ortsüblichen Preis von 50 Euro pro Quadratmeter abzukaufen und von dieser Summe die Kosten für die Sanierung des Grundstücks abzuziehen. Die Frau lehnte das ab, sie verlangte 250 Euro pro Quadratmeter. Damit war dieser Deal gescheitert. Inzwischen gehört ihr die Immobilie nicht mehr. Sollte sich demnächst bei der Versteigerung ein Käufer finden, dann muss er tief in die Tasche greifen, um den Trümmerhaufen beseitigen zu lassen.

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