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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 14:19 Uhr

Brandheiße Fotos mit Ruß und Schweiß

vom

Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Harrislee stehen für Fotokalender 2014 vor der Kamera

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Harrislee | "Drei Neue! Ohne T-Shirt, aber mit Hosenträger!" Die Fotografinnen Carola Schmeling und Anika Petersen haben einen hohen Verschleiß. Nachdem soeben drei Männer gemeinsam mit ihrem Feuerwehrwagen im Nebel verschwunden sind, erhält die nächste Truppe bereits Make-up aus künstlichem Ruß und Schweiß. Vor dem roten Wagen spannen die Jungs auf Anweisung die Muskeln an.

"Das ist das erste Mal, dass wir sowas machen", erklärt Gordon Ertel von der Freiwilligen Feuerwehr Harrislee, der die Fotoaufnahmen in der Gerätehalle Grönfahrtweg überwacht. Gemeinsam mit Lisa Budde organisiert er das Projekt. Die beiden wollen einen ästhetisch anspruchsvollen Fotokalender zusammenstellen, der einem gemeinnützigen Zweck zugute kommt: "Ein bisschen nackte Haut darf sein, aber es soll nicht billig werden."

Probleme, seine Kollegen und Kolleginnen von der Idee zu überzeugen, hatte Ertel nicht. 16 freiwillige Feuerwehrmänner und zwei Feuerwehrfrauen lassen sich für den Kalender ablichten.

Im Verlauf des mehr als fünfstündigen Shootings posieren die Laienmodels nicht nur vor dem Feuerwehrwagen, sondern auch in den Umkleideräumen und draußen vor der Halle. Zu den Accessoires gehören natürlich Wasserschläuche und Atemschutzgeräte, aber auch Flex und Kettensäge. Für die richtige Atmosphäre sorgen außerdem Nebelmaschine und Feuertonnen, damit alles auch schön gefährlich aussieht. Denn genau das ist es ja auch, wenn die Feuerwehrleute tatsächlich zu einem Einsatz müssen.

"Es ist toll, wenn man anderen helfen kann und Leben rettet", findet der 21-jährige Christopher Boysen. Bei der Harrisleer Feuerwehr ist er der Sicherheitsbeauftragte und schon seit seinem elften Lebensjahr dabei. Für das Fotoshooting hat er sich den Ruß und den Schweiß auf der Haut sogar gewünscht, doch am meisten freut er sich auf die Aufnahmen mit der Atemschutzmaske. Was das Modeln betrifft, ist der gelernte Einzelhandelskaufmann aber ein alter Hase: "Ich hab schon mal für die Fördeland-Therme vor der Kamera gestanden", erzählt er stolz. "Es ist aufregend und macht wirklich Spaß."

Den Spaßfaktor betont auch Organisator Gordon Ertel, dem die Idee für den Kalender Anfang des Jahres durch die Komödie "Ganz oder gar nicht" gekommen war. In dem Film stellt eine Truppe arbeitsloser Industriearbeiter eine eigene Striptease-Show auf die Beine, um an das dringend benötigte Geld zu kommen. In Flensburg feierte die Niederdeutsche Bühne große Erfolge mit der plattdeutschen Bühnenfassung.

Die notwendigen Gelder für das Fotoshooting und die Produktion des Kalenders sind den Feuerwehrleuten aber zum Glück schon sicher, denn das Projekt wird gesponsert von Logo tape und Fakta, beides Firmen aus Harrislee.

So war es möglich, Carola Schmeling (30) und Anika Petersen (27), die beiden Inhaberinnen von Fotodesign Flensburg, zu engagieren. "Eigentlich haben wir uns auf Hochzeitsfotos spezialisiert, aber das hier ist ein tolles Projekt", schwärmt Carola Schmeling, "vor allem weil die Bilder nicht nur, wie bei Hochzeiten, in einigen wenigen Wohnzimmern hängen, sondern hoffentlich weit verbreitet werden." Dann konzentriert sich die Fotografin wieder auf die Feuerwehrleute in Latzhosen und sonst nichts - und drückt den Auslöser ihrer Kamera.

Zu erwarten ist der brandheiße Kalender im Herbst. Genauere Angaben dazu werden noch auf der Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Harrislee bekannt gegeben.

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