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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 02:37 Uhr

Dollerup : Brandgilde weiter auf Erholungskurs

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Versicherung verzeichnet zum dritten Mal in Folge positives Ergebnis.

Dollerup | Nach dem Katastrophenjahr 2013 mit den Orkanen „Christian“ und „Xaver“ kann die Dolleruper Freie Brandgilde zum dritten Mal nacheinander ein positives Ergebnis vermelden. Auf der Mitgliederversammlung stellte Rüdiger Hinsche als geschäftsführendes Vorstandsmitglied den Jahresabschluss 2016 vor. Trotz im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufiger Zahlen bei den Mitgliedern (minus 65 auf 12  492) und Verträgen (minus 234 auf 23  850) stiegen die Beiträge um 1,4 Prozent auf 4,7 Millionen Euro. Die Schadensaufwendungen sanken hingegen um 365  500 Euro auf 2,3855 Millionen.

Problematisch haben sich laut Hinsche branchenweit bei Gebäudeversicherungen die Leitungswasserschäden entwickelt. Um 156  000 Euro auf 1,151 Millionen angestiegen, machten sie in dieser Sparte fast die Hälfte der Gesamtaufwendungen aus. Diese Entwicklung belaste das Gewinnergebnis der Gilde seit einigen Jahren. „Durch zielgerichtete moderate Beitragserhöhungen, aber auch durch Kündigung schadensintensiver Verträge wollen wir dieser Tendenz weiterhin entgegenwirken“, so Hinsche. Insgesamt bestehe die Geschäfts- und Risikostrategie darin, den Fortbestand der Gilde als unabhängiger „Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ mit ihren Arbeitsplätzen zu sichern sowie neue Risiken zu vermeiden und bestehende zu begrenzen oder abzubauen.

Zwar sei der Durchschnittsbetrag pro Schadensfall, so Hinsche, von 1602 auf 2155 Euro gestiegen, die Schadensquote als Verhältnis zwischen Beitragseinnahmen und Schadensaufwendungen habe aber um 8,6 auf 50,8 Prozent abgenommen. Der Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von knapp 107  000 Euro wurde der Rücklage zugeführt. Insgesamt setzte sich bei der Gilde auch die positive Entwicklung der letzten drei Jahren bei den Garantiemitteln fort. Ende 2016 lagen sie bei mehr als 1,8 Millionen Euro.

Für Asmus Petersen, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, hat sich die eingeschlagene Strategie bewährt. „Wir haben unsere Gesamtsituation sehr gut stabilisieren können.“ Auch Horst Jungjohann von der Kieler Rückversicherung bescheinigte der Gilde „beste Substanz“. Vorstandsvorsitzender Peter-Wilhelm Jacobsen wies in einem kurzen Redebeitrag auf die Versicherungsproblematik beim zunehmenden Einsatz der EDV in der Haustechnik unter dem Stichwort „smart home“ hin.

Der Aufsichtsratsvorsitzende verabschiedete zum Schluss Rüdiger Hinsche, seit 1989 bei der Gilde, mit persönlichen Dankesworten und unter langem Beifall der Versammlung nach 22 Jahren aus der Funktion als geschäftsführendes Vorstandsmitglied in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Volker Thomsen aus Westerholz, Agrarökonom und vorher 17 Jahre bei einem bundesweit tätigen Finanz- und Versicherungsdienstleistungsunternehmen angestellt. Petersen kündigte zudem an, dass der Vorstandsvorsitzende Peter-Wilhelm Jacobsen zum Jahresende aus diesem Amt ausscheide. Frank Hansen werde es ab Januar 2018 übernehmen.

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