Dollerup : Brandgilde im Aufwind

Aufsichtsratsvorsitzender Asmus Petersen (v.l.), Vorstandsvorsitzender Frank Hansen und Geschäftsführer Volker Thomsen führen die „Dolleruper Freie Brandgilde“.
Aufsichtsratsvorsitzender Asmus Petersen (v.l.), Vorstandsvorsitzender Frank Hansen und Geschäftsführer Volker Thomsen führen die „Dolleruper Freie Brandgilde“.

Die Folgen des Katastrophenjahres 2013 sind endgültig überwunden. Die Dolleruper Freie Brandgilde zahlt Fremdkapital vorzeitig zurück.

shz.de von
11. Juli 2018, 12:15 Uhr

Dollerup | Nach mehreren Jahren der Konsolidierung schreibt die „Dolleruper Freie Brandgilde“ wieder schwarze Zahlen. Das war die Kernaussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Asmus Petersen auf der 274. Mitgliederversammlung. Die Nachwirkungen der Stürme „Christian“ und „Xaver“ im Jahre 2013 seien überwunden und die Verlustvorträge der letzten Jahre aufgebraucht. „2018 wird wieder Körperschaftssteuer gezahlt.“

Den Lagebericht und den Jahresabschluss für 2017 trug das neue Geschäftsführende Vorstandsmitglied Volker Thomsen anhand wichtiger Kennzahlen im Drei-Jahres-Vergleich vor. Bei etwa gleichbleibender Mitgliederzahl (12 500) in diesem „Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ sank die Anzahl der Verträge als Folge einer bewussten Bestandssanierung um 1350 auf 23 734. Gleichwohl erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 156 000 auf 4,79 Millionen Euro.

Trotz einer geringeren Anzahl an Schäden stieg deren durchschnittliche Höhe weiter an. Angesichts von Gesamtaufwendungen von 2,66 Millionen Euro verbesserte sich die Schadensquote als Verhältnis von Einnahmen zu Aufwendungen im langjährigen Vergleich auf 55,5 Prozent. Im Katastrophenjahr 2013 lag sie bei 246,3 Prozent. Die insgesamt erfreuliche Entwicklung zeigt sich nach Thomsens Worten auch an einer verbesserten Vermögenslage. Dank eines höheren Jahresüberschusses wurden Schwankungsrückstellung und Eigenkapital aufgestockt. Die Garantiemittel stiegen von 1,51 (2015) über 1,82 (2016) auf 2,14 Millionen Euro.

Der Aufsichtsratsvorsitzende ging auf die verbundene Gebäudeversicherung und deren branchenweite Problematik mit hohen Leitungswasserschäden besonders ein. In dieser Schwerpunktsparte der Gilde liege die Schadensquote mit 64,6 um fast zehn Prozent über dem Gesamtwert. Durch Beitragsanpassungen und Bestandssanierungen seien Verbesserungen erreicht worden. Zu diesem Zweck würden auch Kündigungen ausgesprochen, denn „jeder Versicherer hat die Freiheit, ein Objekt zur Versicherung anzunehmen oder abzulehnen.“

Der Vorstandsvorsitzende Frank Hansen dankte den ausgeschiedenen Vorständen, seinem Vorgänger Peter-Wilhelm Jacobsen und dem Geschäftsführer Rüdiger Hinsche. „Ihr habt ein gut bestelltes Feld übergeben.“ Dann kündigte er eine neu konzeptionierte Hausratversicherung an und gab bekannt, dass das der Gilde zur Verfügung gestellte Fremdkapital in Form von Genussrechten angesichts der guten Vermögenslage vorzeitig zurückgezahlt werde.

Kai Thielen, Masterstudent der Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen, stellte seine Projektarbeit „Der Erfolg des Gildewesens in Schleswig-Holstein am Beispiel der Dolleruper Freien Brandgilde“ vor. Nach Thielens Erkenntnissen hat das Gildewesen seinen Schwerpunkt in Norddeutschland und eine lange Tradition im Lande. Entwickelt habe es sich aus der dörflichen Schicksalsgemeinschaft und der gegenseitigen Hilfe auf genossenschaftlicher Basis nach dem Grundsatz „Einer für alle – alle für Einen“.

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