Kronsgaard : Brandbrief an den Landrat

Bereits 2013 brachten die Bürger ihren Unmut über den immer wieder hinausgeschobenen Ausbau der K 111 zum Ausdruck.
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Bereits 2013 brachten die Bürger ihren Unmut über den immer wieder hinausgeschobenen Ausbau der K 111 zum Ausdruck.

Die Gemeinde Kronsgaard drängt auf den Ausbau der Kreisstraße 111.

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02. März 2017, 14:00 Uhr

Kronsgaard | Der Unmut in der Gemeinde Kronsgaard wächst zunehmend, und auch die gewählten Vertreter sind längst am Ende ihrer Geduld. Auch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ging es einmal mehr um die Verzögerungen beim Ausbau der Kreisstraße 111 – eine Geschichte, die sich bereits über viele Jahre hinzieht, weil ein Landbesitzer aus der Nachbargemeinde nicht gewillt ist, Flächen abzugeben und die Gerichte bemüht, was den Ausbaubeginn erneut verzögert. Die Bürger fragen sich, wie lange sie noch warten müssen – so wie sie es bereits vor Jahren taten, als sie auf die Straße gingen, demonstrierten und Schilder aufstellten.

Vor diesem Hintergrund hat Bürgermeister Hans-Walter Jens nun einen „Brandbrief“, den er als Hilfeersuchen und Appell verstanden wissen will, an den Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg formuliert – die Gemeindevertreter signalisierten ihre Zustimmung durch „Abnicken“ – nun soll das Schreiben auf den Weg zur Kreisstadt gebracht werden. Der Kreis, der für besagte Straße zuständig ist und gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Straßenbau bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, ist, so der Bürgermeister, ebenso zum weiteren Warten verdammt wie die Bürger der Gemeinde.

Obwohl das Verwaltungsgericht die Klage des Landeigentümers aus der Nachbargemeinde „umfänglich“ abgewiesen hat, ist damit das letzte Wort noch nicht gesprochen. Denn nun liegt die Angelegenheit dem Oberverwaltungsgericht vor. Wann dieses entscheiden wird, ist unklar. Das bedeutet, dass sich Gemeinde und Bürger notgedrungen weiter in Geduld üben müssen. Eine weitere Verzögerung, die dem Bürgermeister mehr als missfällt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es um Verkehrssicherheit geht – die Kreisstraße 111 ist eine Lebensader für die Gemeinde, von der der Ausbau die Breitbandversorgung, die Erdgasversorgung und die Verlegung von Wasserleitungen abhängt.

Ob der Ausbau noch in diesem Jahr beginnt oder vielleicht im nächsten Jahr – der Bürgermeister weiß es nicht und die Bürger sind skeptisch, wie einer während der Sitzung mit den Worten „Das kannst du vergessen“ deutlich machte. Fazit: Der Brief, der im Entwurf vorliegt, wird nun geschrieben – in der Hoffnung, damit Druck erzeugen zu können.

Der Vorschlag des Bürgermeisters, der Grundschule Gelting für ein Tanzprojekt einen 150 Euro-Zuschuss zu gewähren – analog zu einem ähnlichen Projekt in der Grundschule Kieholm – fand die Zustimmung der gesamten Gemeindevertreter. Als Termin für die Aktion „Sauberes Dorf“ wurde der 8. April vereinbart. Treffpunkt ist um 18 Uhr beim Feuerwehrhaus.

Im Vorfeld der Dezember-Sitzung der Gemeindevertretung hatte es eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Landhaus Ostseeblick“ gegeben. Dabei geht es um die Erweiterung dieses im Landschaftsschutzgebiet gelegenen Beherbergungsbetriebes, so hatte damals Planerin Camilla Grätsch erläutert und tat dies nun erneut. Allerdings war während der Dezember-Sitzung die Angelegenheit vertagt worden, weil es noch Klärungsbedarf gegeben hatte. Diese Klärung hat inzwischen stattgefunden, und so wurde jetzt für das Sondergebiet „Hotel“ zum einen die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht, desgleichen der Bebauungsplan, wobei alle von den Trägern öffentlicher Belange vorgebrachten Hinweise Berücksichtigung gefunden haben. Vorgesehen sind zwecks Erweiterung des Hotelbetriebs zwei Ferienhäuser für Gäste und ein Betriebsleiter-Wohnhaus. Nach Abwägen der während der frühzeitigen Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen beschlossen die Gemeindevertreter den Entwurf, desgleichen dessen Auslegung.

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