Blaulicht in Flensburg : Brandalarm: Pflegeheim vorübergehend evakuiert

Kurzer Prozess: Die Feuerwehr hatte alles schnell unter Kontrolle, die DRK-Crew das Heim schon evakuiert.
Kurzer Prozess: Die Feuerwehr hatte alles schnell unter Kontrolle, die DRK-Crew das Heim schon evakuiert.

Schaltkasten hatte Feuer gefangen, Großeinsatz der Feuerwehren am Lautrupsbach

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02. Februar 2018, 07:00 Uhr

Kollege Schröder roch den Braten zuerst. Es stank nach verschmortem Kabel – und das war es auch. Um kurz vor 10 Uhr gestern sprang bei der Flensburger Berufsfeuerwehr die Brandmeldeanlage an, zusätzlich gingen über 112 Notrufe der Beschäftigten im DRK-Wohn- und Pflegeheim am Lautrupsbach ein: Ein Schaltschrank im Erdgeschoss hatte Feuer gefangen, Gefahr für Leib und Leben von 74 dort lebenden Menschen. Die Einsatzleitstelle löste Großalarm aus, wie es für derartige Gefahrenlagen vorgesehen ist.

Als wenig später der um zwei freiwillige Feuerwehren verstärkte Löschzug der Berufsfeuerwehr eintraf, waren Alex Schröder und zehn weitere DRK-Kollegen schon mittendrin in der Evakuierung des zweigeschossigen Gebäudes. Und zwar so, dass der Einsatzleiter der Feuerwehr ein dickes Kompliment nachschob, das sei ganz hervorragend gelaufen.

Finden Cornelia Naether, stellvertretende Leiterin des Hauses, und Pflegedienstleiterin Bianca Pingel auch. „Wir waren super!“, lobt Naether und schließt die Bewohner und Bewohnerinnen ausdrücklich mit ein. „Es gab keine Panik. Alle waren sehr diszipliniert und gingen zu den Sammelplätzen auf dem Gelände und der Dachterrasse.“ Zum Glück seien auch viele der Bewohner nach dem Frühstück schon im Erdgeschoss mit Freizeit- und Betreuungsaktivitäten beschäftigt gewesen. Weil der Brand des Schaltschranks schnell unter Kontrolle war, brauchte das obere Geschoss gar nicht erst evakuiert zu werden.

Ein Umstand, für den die DRK-Kräfte noch ziemlich dankbar sein sollten, als der Feuerwehreinsatz nach einer Stunde zu Ende war. Da ging es nämlich darum, die Rollstuhlfahrer unter den Bewohnern zurück ins Obergeschoss zu bringen – ohne Fahrstuhl, denn der Strom war im größten Teil der Anlage ausgefallen. „Ein Rollstuhl, fünf Träger“, sagt Bianca Pingel. „Das war natürlich eine ganz schöne Schlepperei!“

Noch am Vormittag waren Elektriker im Schaltraum damit beschäftigt, die Stromversorgung im ganzen Haus wieder herzustellen. Für einige Zeit werden Naether, Pingel und ihre Mitarbeiter mit Provisorien leben müssen. Am frühen Nachmittag schlängelten sich meterlange Verlängerungskabel durch die Gänge, bis zum späten Nachmittag – so die Ansage der Elektrofirma – sollte aber das betroffenen Gebäude wieder komplett an der Stromversorgung hängen.

„Ein Glück!“, sagt Pingel, den Frühstücksabwasch für 74 Bewohner hätten sie noch in guter alter Handarbeit machen müssen und auch die Bewohner hätten bestimmte Erwartungen. „Hauptsache, die Fernsehgeräte funktionieren nachher auch wieder!“

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