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Flensburger Tageblatt

25. September 2017 | 10:09 Uhr

Brahms, Britten und Paganini live

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 08:35 Uhr

Am Mittwoch, 23. April, 19.30 Uhr, steht das 6. Konzert des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters im Deutschen Haus auf dem Programm. Die Musikdramaturgin Karin Heckermann ordnet die Werke ein.

Aus der in England seit der Zeit von Shakespeare und Purcell ununterbrochen lebendigen Tradition entlieh sich Benjamin Britten Volkslieder und Tänze, die er zu einer Suite in fünf Sätzen zusammenfügte („Cakes and Ale“, „The Bitter Withy“, „Hankin Booby“, „Hunt the Squirrel“, Lord Melbourne).

Doch nicht nur die oberflächlich-heitere, märchenhaft-tänzerische Idylle beschwört sein letztes Orchesterwerk „A Time There Was“ – hört man genauer hin, erschließt sich dahinter auch eine Welt voll Melancholie und Trauer: Clown Hänschen (Hankin Booby) stirbt aus verschmähter Liebe, Benjamin Britten komponierte dieses Werk 1974 im Wissen um seinen baldigen Tod.

Er war der „Popstar“ seiner Epoche: Wenn „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini die Damen im Publikum in ganz Europa in Ekstase versetzen wollte, griff er zu seiner Guarneri-Geige und spielte selbst komponierte, ganz auf seine virtuosen Fähigkeiten zugeschnittene Violinkonzerte, über deren künstlerischen Gehalt sich Komponistenkollegen wie Schubert, Schumann oder Chopin lobend äußerten. Wenn Benjamin Schmid sein Publikum begeistern will, greift er zu seiner Stradivari und wahlweise einem klassischen Werk oder spielt Jazz, um sein improvisatorisches Talent ausleben zu können. Für dieses Konzert hat sich der Wiener etwas Besonderes einfallen lassen: Nachdem er das 1. Violinkonzert in D-Dur, op. 6, von Paganini in der ganzen Welt gespielt hat, kehrt er nun „wegen des wunderschönen zweiten Satzes“ zur dreisätzigen Originalfassung zurück.

Das Konzert klingt aus mit einem „guten Bekannten“: der 1. Sinfonie in c-Moll, op. 68, von Johannes Brahms – von den Zeitgenossen auch „Beethovens Zehnte“ genannt. Die – an manchen Stellen hörbare – Orientierung an dem „Übervater der Sinfonie“, der das Formmodell zu seinem Höhepunkt geführt hatte, ist als Hommage zu sehen.
Brahms entwickelt es inhaltlich weiter, indem er den bis dato üblichen Wettstreit kontrastierender Themen durch seine Idee von der „entwickelnden Variation“ der Motive bereichert. Vor dem Konzert gibt Dirigent Peter Sommerer eine Werkeinführung.

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