Sonwik : Bonte-Kaserne wird verkauft

Ende des Leerstands? Die unter Denkmalschutz stehende Bonte-Kaserne soll verkauft werden. Foto: Michael Staudt
Ende des Leerstands? Die unter Denkmalschutz stehende Bonte-Kaserne soll verkauft werden. Foto: Michael Staudt

Das letzte Dienstgebäude des ehemaligen Stützpunktes wird privatisiert. Der Bund möchte die ehemalige Bonte-Kaserne verkaufen. Das ruft in Sonwik Bauplan Nord auf den Plan.

shz.de von
29. April 2009, 12:12 Uhr

Flensburg | Sie ist das letzte Überbleibsel aus den Tagen des Flensburger Marinestützpunktes: Vier Jahre wartete die Bonte-Kaserne auf eine dienstliche Weiterverwendung - aber daraus wird nichts mehr. Die Bundespolizei, die hier Quartier beziehen wollte, hat das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zur Verwertung übergeben - die Kaserne am südlichen Rand des neuen Stadtteils Sonwik wird verkauft. "Wir gehen davon aus, dass wir mit dem Objekt noch in diesem Jahr an den Markt gehen werden", sagte ein BIMA-Sprecher gestern auf Anfrage.

Angeboten wird freilich das nackte Gebäude, denn das Restgrundstück will das Technische Betriebszentrum (TBZ) für die Erweiterung des Klärwerks erwerben. "Diese Flächen können wir nicht in die Versteigerung geben, wenn die Stadt ihr Vorkaufsrecht ausübt", sagt der BIMA-Sprecher. Die Erweiterung der Anlage schränkt die Nutzung der 6800 Quadratmeter Kasernengebäudes drastisch ein. "An eine Wohnbebauung ist hier nicht zu denken", heißt es bei der BIMA. Im gültigen Bebauungsplan ist ein Sondergebiet Verwaltung/ Dienstleistung ausgewiesen. Aber auch für diese Nutzung ist es ein "sehr attraktiver Standort".
Entree von Sonwik
Bevor an der Fördepromenade aber etwas geschehen kann, müssen die Bauhandwerker ran. Die Bonte-Kaserne wurde 2004/2005 entkernt, der Keller trocken gelegt, Klebstoffreste, die bei den zwischenzeitlichen Mietern der Bundespolizei für Unbehagen gesorgt hatten, entfernt. "Das ist praktisch ein Rohbau mit Fenstern."

Natürlich hat man sich nebenan, wo das Vorzeigeprojekt der Rüstungskonversion als Hochglanz-Motiv präsentiert, Gedanken über diese letzte Immobilie gemacht. Torsten Koch vom Sonwik-Investor Bauplan Nord würde die Bonte-Kaserne gern in den Bestand des neuen Stadtteils aufnehmen. Nicht als Wohnquartier - da gibt er sich keinen Illusionen hin. "Das ganze Umfeld sorgt für starke Einschränkungen", sagt Koch. "Wir müssen nicht nur das Klärwerk berücksichtigen. Wir haben gegenüber auch noch die Stadtwerke und die Werft." Koch hatte wiederholt sein Interesse an der Bonte-Kaserne bekundet. "Das Gebäude gehört zum Entree von Sonwik. Das würden wir schon gerne gestalten."

Ob das aber funktioniert, ist noch fraglich. Nach Angaben der BIMA genießt Bauplan Nord ungeachtet der vorbildlichen Sanierung des Stützpunktes keine Ausnahmestellung. "Die Kaserne kommt in eine öffentliche Ausschreibung", sagt der BIMA-Sprecher. "Wir werden sie meistbietend auf Grundlage eines Gutachtens verkaufen." Ob die Nachfrage trotz der guten Lage überschäumend sein wird, bleibt abzuwarten. Koch: "Die Erschließung der Bonte-Kaserne ist nur möglich, wenn man sich mit uns einigt…"

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