zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 04:37 Uhr

Einsatz : Bombenalarm im Finanzamt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Gebäude wurde teilevakuiert nach einem Paket-Fund. Der Kampfmittel-Räumdienst rückt aus. Entwarnung gab es am Nachmittag.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Flensburg | In der Rangliste der meist beliebten Behörden kommen Finanzämter naturgemäß erst weiter hinten dran. Im Flensburger Finanzamt endete eine typische Unverträglichkeit zwischen Steuerzahler und Steuerbehörde gestern völlig untypisch in einem kleineren Aufmarsch von Feuerwehr, Notarztwagen und Polizei, einer Teilevakuierung und einer gepanzerten Mission des Kampfmittelräumdienstes des Landeskriminalamtes. Das Gute vorweg: Zu keinem Zeitpunkt bestand auch nur die geringste Gefahr.

Gegen Mittag wurde bei einer Mitarbeiterin des Finanzamtes im ersten Stock ein ungewöhnlich großes, schweres Paket abgegeben. Warum diese Mitarbeiterin dieses Paket als Problempaket identifizierte, konnte Polizeisprecherin Franziska Jurga auch nicht so recht nicht sagen. Wie es heißt, verband die Absenderin und die Behörde eine über Jahre gepflegte Auseinandersetzung. Ursprung soll ein Streit zwischen dem Finanzamt und der 70 Jahre alten Handewitterin sein, in dem es um eine Rückforderung angeblich zu viel gezahlter Steuern ging.

Offenbar konnte sich die Mitarbeiterin vorstellen, dass diese Auseinandersetzung über ein beträchtliches Eskalationspotenzial verfügte, und über die Herkunft des Pakets brauchte sie auch nicht lange nachzudenken: Die Absenderin war praktischerweise auf dem Packpapier vermerkt. Die Mitarbeiterin rief die Polizei.

Beamte des 1. Revieres rückten an, räumten die umgebenden Büros und sperrten Teile des ersten Stockwerks, um Gefährdungen auszuschließen. Weil auch sie nicht ausschließen konnten, dass das Paket Sprengstoff oder ähnliches enthielt, alarmierten sie den Kampfmittelräumdienst, der gut 50 Minuten später aus Groß Nordsee bei Kiel angefahren kam. Die Experten entschieden sich, das Paket mittels einer Röntgenkamera zu durchleuchten. Anhand der Aufnahmen sollte dann vor Ort über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Wie sich schnell zeigte, gab es da nicht besonders viel zu tun. Die Kampfmittel-Experten der Kriminalpolizei durchleuchteten das ominöse Paket und stellten fest, dass darin eine Menge wahrscheinlich harmloser Akten enthalten war.

Genau das hatte übrigens zuvor schon die Absenderin erklärt, die zwischenzeitlich von Polizeibeamten in Handewitt befragt worden war. Wie es im Einsatzbericht heißt, habe sich die Frau sehr erstaunt über den Großeinsatz auf Steuerkosten gezeigt. Sie habe nach einem Gespräch mit der Steuerverwaltung telefonisch angekündigt, die Akten frei Haus liefern zu wollen und das dann auch getan. Dass auf Steuerzahlers Kosten ein derartiger Großeinsatz daraus wurde, habe die Frau nicht vorhergesehen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen