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Klassische Yachten in Flensburg : Bojen haltlos: Rostfraß im Yachthafen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hintere Festmacher unbrauchbar: Klassische Yachten an der Schiffbrücke müssen enger zusammenrücken. Wer kommt für den Ersatz auf?

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Als hätten sie sich zur Haltlosigkeit verabredet. Vor ungefähr fünf Wochen setzte sich an der Steganlage für klassische Segelyachten im Historischen Hafen Flensburg die „Ar“ in Bewegung. Und zwar eigenmächtig. Der 66 Jahre alte Siebeneinhalbtonner war bei südöstlichen Winden plötzlich auf die schwimmende Pier gedrückt worden – eine Havarie, die glücklicherweise keine bleibenden Schäden hinterließ. Trotzdem muss sich der kleine Verein „Klassische Yachten Flensburg“ seither einer Fragestellung von größerer Bedeutung stellen. Denn was mit der „Ar“ geschehen war, konnte sich bei jeder anderen Yacht jederzeit wiederholen. Alle Mooringketten der Steganlage waren nämlich fast gleichzeitig durch elektrolytische Prozesse unbrauchbar geworden, ergab eine Überprüfung durch den Hafenkapitän Frank Petry.

Seit einer Woche liegen daher die klassischen Yachten an der Schiffbrücke Seite an Seite im Päckchen. „Das kann aber nicht so bleiben“, sagt Kay Peters, seit Jahresbeginn 1. Vorsitzender der KYF. Anders als in den Vorjahren müssen sich sicherheitshalber die Eigner aller Boote ein anderes Plätzchen zum Überwintern suchen. Und ob sie in der nächsten Saison überhaupt wiederkommen können, ist noch nicht sicher. Das hängt von einer Einigung zweier weiterer Akteure im Innenhafen ab. Dem Fachbereich Kommunale Immobilien und dem Historischen Hafen. Letzterer kassiert die Pacht – leitet sie aber an die Verwaltungseinheit im Rathaus weiter. Letztlich muss auch dort entschieden werden, wie es für die kleine Sammlung klassischer Yachten im Historischen Hafen weiter geht.

Für Kay Peters und seinen Schatzmeister Roland Fiebig steht nächste Woche ein Treffen mit dem Fachbereich und dem Historischen Hafen auf dem Programm. Den Ausgang erwarten sie mit einiger Spannung – denn die für die Segler wohl beste Lösung können sie aus dem Vereinshaushalt unmöglich bezahlen. „Am besten wäre es, man würde Heckpfähle rammen“, sagt Peters. Die Mooring-Lösung mit Schwimmbrücke sei beim Bau vor zehn Jahren gewählt worden, weil aus – nicht mehr nachvollziehbaren Gründen – damals eine mobile und jederzeit wieder abbaubare Anlage gewünscht gewesen sei. Mittlerweile jedoch ist die Sammlung gepflegter klassischer Holzyachten aus dem Ensemble Historischer Hafen kaum noch wegzudenken. Ein Ersatz durch feste Pfähle würde bummelig 16  000 Euro kosten – mehr als das Dreifache der jetzigen Lösung mit einer Kette zwischen Betonsockel und Boje.

Peters hofft, dass er im Verein schnell eine tragbare Lösung kommunizieren kann. Die Eigner der Boote müssen einen Liegeplatz jedes Jahr neu beantragen – das ist der Satzung des Vereins geschuldet, die nur Yachten duldet, die gut in Schuss gehalten werden. „Eigentlich müssten wir jetzt schon die Bescheide für das nächste Jahr herausschicken.“

Am Wochenende wird die ungewisse Zukunft sicher auch Thema sein. Dann nämlich hat der KYF sein Regattawochenende, das sich traditionell an der Flensburger Wettfahrt von 1855 ausrichte – mutmaßlich die erste Regattaveranstaltung überhaupt in der westlichen Ostsee – und ebenfalls eine Herbstwettfahrt. Ab Freitag muss die ramponierte Steganlage weitere Gäste aus Dänemark und Deutschland aufnehmen, die zum Absegeln der Klassiker nach Flensburg kommen. „Wir haben so viele Meldungen wie nie“, freut sich Peters. 19 Yachten haben für die Regatta gemeldet, die am Sonnabend wie damals rund um die Ochseninseln führen wird. Am Freitag- und Sonnabendabend gibt es am Steg der „Gesine“ Musik, Suppe und Gegrilltes. Der Startschuss fällt Sonnabend um 11 in der Wasserslebener Bucht.

 

 

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