Bohrmuschel zerstört den Steg der Lüttfischer

 Mit einem Schwerlastkran wird die Arbeitshütte der Lüttfischer  auf die Schiffbrücke gehievt.   Foto: Borm
Mit einem Schwerlastkran wird die Arbeitshütte der Lüttfischer auf die Schiffbrücke gehievt. Foto: Borm

Arbeitshütte wurde verlegt, damit die angefressenen Gründungspfähle erneuert werden können

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19. April 2012, 06:16 Uhr

Flensburg | Das Refugium der Lüttfischer, ihre Arbeitshütte am nördlichen Museumshafen, ist einige Meter weiter und direkt neben die Schiffbrücke gesetzt worden. Damit beginnen die Reparaturarbeiten an der Holzplattform. In den letzten 15 Jahren hat die Bohrmuschel an den Gründungspfählen des Holzsteges ganze Arbeit geleistet.

Darum musste nun gehandelt werden. Viele Mitglieder des Museumshafens und die Lüttfischer waren am Dienstagabend dabei, als zwei Schwerlastkräne die sechs Tonnen schwere Arbeitshütte in wenigen Minuten von ihrem Stammplatz neben die Schiffbrücke hievten. Unter der Regie von Frank Petry, Geschäftsführer des Vereins Historischer Hafen, konnte die Hütte sicher durch zwei erfahrene Kranführer versetzt werden. Die Mitarbeiter des Taucher- und Wasserbaubetriebes Weihs standen schon mit der schwimmenden Plattform "Werker" bereit, um mit den Rammarbeiten für den neuen Holzsteg zu beginnen.

Als blinder Passagier im Ballastwasser von Schiffen kam die Bohrmuschel (Teredo navalis) aus Ostasien über die Nordsee in die Ostsee, wo sich die winzigen Larven seit den 90er-Jahren stark vermehrten. "Teredo" lebt in hölzernen Brücken, Pfählen und Schiffsrümpfen und durchlöchert sie wie einen Schwamm. Der Schaden an der Ostseeküste geht in die Millionen.

"Die Finanzierung des Holzsteges, der dem Museumshafen gehört, wurde durch Spenden, Eigenleistungen des Vereines und Fördergelder aufgebracht", so Anita Leitenberger von den Lüttfischern.

An dem Steg liegen historische Fischereifahrzeuge und Arbeitsboote, die auch Schülern der Waldorfschule zur Ausbildung dienen. Der Lütt fischerhafen ist die "Jollensammlung" des Vereins Museumshafen. Die dazugehörige Dreidächerhütte dient als Werkstatt und Lagergebäude für die Jollen. Sie ist auch Treffpunkt für die jüngeren Segler. "Wenn alles nach Plan läuft, ist die Hütte am Wochenende auf dem erneuerten Steg wieder an ihrem alten Platz präsent", so Frank Petry. Der neue Steg werde wieder aus prägnierten Holzbohlen bestehen, da Kunststoffe oder Stahl nicht zum historischen Bild passen.

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