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Stromausfall in Flensburg, Harrislee, Glücksburg : Böse Überraschung zum Frühstück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im gesamten Netz der Stadtwerke Flensburg fiel der Strom für zwei Stunden aus. Die Ursache ist noch nicht geklärt.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2015 | 08:00 Uhr

Frühaufsteher hatten gestern Glück. Ihnen brühte die Maschine noch den geliebten Morgenkaffee. All jene, die erst gegen 8.15 Uhr den Schalter drückten, gingen leer aus – und das in Flensburg, Harrislee und Glücksburg. Der Strom war ausgefallen. Erst gegen 10.30 Uhr waren alle Haushalte am Netz wieder versorgt.

Der Fehler trat in der Hauptleitung, der 150  000-Volt-Hochspannungsleitung auf, wie der Firmensprecher Peer Holdensen sagte. Noch ist die Ursache nicht gefunden. „Wir gehen von einer zu hohen Stromstärke im dänischen Netz aus“, erklärte Holdensen. Mehr als 4000 Ampere an Stromstärke seien in der Leitung gemessen worden. „Das hat unsere Sicherheitsschaltungen ausgelöst.“ Der gesamte Betrieb sei daraufhin heruntergefahren worden. Statt der Höchstspannungsleitung des Energieanbieters wurde der Betrieb im ersten Schritt über eine 60  000-Volt-Leitung wieder schrittweise aufgenommen. Zwischen 9.20 und 9.30 Uhr sei der erste Netzbereich wieder versorgt worden. Das gesamte System wäre um 10.30 Uhr wieder gelaufen.

Der Stromausfall führte zu so manch beunruhigenden oder auch kuriosen Szenen. Sobald bei den Stadtwerken das System zusammenbrach, rollte die Feuerwehr zwar in Nullkommanichts an das Gelände heran, doch vor der Schranke war erst einmal Halt. Denn auch die funktioniert üblicherweise nur elektrisch. Da half nur, hinüberzuklettern oder sich unter dem Tor hindurchzuzwängen. Die Fahrzeuge mussten erst einmal draußen bleiben.

Eine Flensburgerin musste eine Stunde im Parkhaus am Holm ausharren, bis die Schranke den Weg zur Arbeit für sie freigab. Bei der Bäckerfiliale in Engelsby ging es so gemächlich wie selten zu. Mussten die Verkäuferinnen doch auf das aus der Mode gekommene Kopfrechnen zurückgreifen, um für die Brötchen kassieren zu können.

Bei der Kooperativen Leitstelle Nord in Harrislee liefen am Vormittag die Leitungen heiß. Nachdem dort gegen 8.35 Uhr der Alarm eingegangen war und Anwohner einen lauten Knall im Bereich der Stadtwerke gehört hatten, rückte die Berufsfeuerwehr aus. Zur gleichen Zeit sei die Anzahl der Notrufe rasant in die Höhe gegangen, erzählt Leitstellen-Sprecher Sacha Münster. Zahlreiche Menschen hätten angerufen, um sich über den fehlenden Kaffee am Frühstückstisch zu beschweren. „Viele von den Bürgern waren sehr ungehalten und haben den Kollegen teils unschöne Sachen an den Kopf geworfen“, sagt Münster. Über einen speziellen Anruf kann er nur den Kopf schütteln. Eine Person sei aufgelöst gewesen, weil sie ihr Computerspiel wegen des Stromausfalls nicht zu Ende spielen konnte.

Die hohe Anzahl der Anrufe hatte zur Folge, dass die Leitstelle mit zusätzlichen Mitarbeitern besetzt werden musste. Vor allem die „Kaffee-Anrufe“ hätten enorm aufgehalten, denn die Einsatzkräfte mussten die Anrufer beruhigen, berichtet Münster. Das habe viel Zeit gekostet und wirklich wichtige Notrufe haben warten müssen.

Bis zum frühen Nachmittag waren die Folgen des Stromausfall in Flensburg, Glücksburg und Harrislee zu spüren. Auf der Osttangente und in der Innenstadt blieben Ampeln ausgeschaltet, in Adelby gab es bei einigen Anwohnern noch Probleme mit dem Fernseher. Im Norden der Stadt habe dagegen alles schon ab 10 Uhr wieder funktioniert, berichtet eine Leserin.

Ein vollständiger Stromausfall ist nach Aussage von Peer Holdensen das letzte Mal in den 90er-Jahren vorgekommen.

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