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Basar in Flensburg : Blumen aus Fischschuppen und Schalen aus Kabeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Markt der Kulturen im Schifffahrtsmuseum mit fair gehandeltem Kunsthandwerk aus vielen Ländern

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2016 | 12:06 Uhr

Brasilien und Thailand sind dabei, Neu-Guinea und Indonesien, Ghana und der Senegal, Usbekistan und Marokko: Weltläufig und farbenfroh präsentiert sich das Schifffahrtsmuseum an diesem Wochenende. Zum zweiten Mal lädt Museumsdirektor Thomas Overdick zusammen mit Marktkoordinator Syedhom Salama zum „Markt der Kulturen“, der gestern begann und noch heute und morgen von 10 bis 18 Uhr das Museum in einen bunten Basar verwandelt.

Das Mitteldeck und das Obergeschoss des Museums bilden den Marktplatz; dabei sind es „nur“ zehn Aussteller. Allen gemein ist, dass sie eine besondere persönliche Beziehung zu ihren Produkten, zu den Produzenten und oft zu den Regionen, in denen die Waren produziert werden, haben. So hat Falk Hörnke lange in Brasilien gelebt, jetzt bietet er Schmuckblumen aus Fischschuppen an. Anita Petersen reist jedes Jahr für drei Monate in den Senegal, um ein Nähprojekt zu betreuen. Sie schult junge Frauen, bringt Nähmaschinen und neue Designs mit, organisiert dort Modenschauen und nimmt im Gegenzug bunte Kleider mit nach Deutschland. „Die Frauen werden alle fair bezahlt“, versichert sie. Doch im Angebot hat sie auch Blechspielzeug, das aus Getränkedosen hergestellt wird.

Rano Frosch stammt aus Usbekistan und lebt in Würzburg. Von kleinen Familienbetrieben bringt sie Keramik mit, aber auch Schals aus Ziegenwolle. Auch Buchständer aus Holz hat sie im Angebot und Bilder, die mit Kaffeesatz gemalt wurden.

Wenn die Hirten in Kwazulu und Transvaal ihre Ziegen und Schafe hüten, haben sie viel Zeit. Statt mit ihren Smartphones zu spielen, flechten sie Schalen aus Telefonkabeln. Die haben spannende Muster und leuchtende Farben, die Technik ist die gleiche wie früher, als mit Gras und Stroh geflochten wurde.

Aus Indien kommen Baumwolle und handgeschöpfte Papierwaren wie kleine Geschenkverpackungen und Armreifen. Susanne Reuter hat Dinge aus Neu-Guinea, wo sie als Missionarstochter aufgewachsen ist, im Angebot.

Syedhom Salama erzählt, wie er beim afro-karibischen Hoffest im Schifffahrtsmuseum die Idee hatte, hier einen Markt zu veranstalten. „Damit können wir auf spielerische Art und Weise das Spektrum unseres Hauses erweitern“, sagt Museumschef Thomas Overdick. Am Wochenende ist das Museum eine Stunde länger als sonst üblich geöffnet, der Eintritt wird auf drei Euro reduziert. Im Café im Erdgeschoss werden orientalische Köstlichkeiten aufgetischt.

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