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Flensburger Hofkultur : Blues und Gauchos in den Höfen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Argentinische Band eröffnet das 23. Sommerfestival im Hof des Schifffahrtsmuseums

Sie kommen aus Rosario, Argentinien. Sie sind echte Kerle, Nachfahren der Gauchos vermutlich. Ihr Leadsänger war mal in einer Punkband. Die sieben Musiker spielen einen vor Testosteron strotzenden Stilmix aus Tango, Ska, Jazz, Dixie, und Bolero – und damit eröffnen „Rosario Smowing“ am 21. Juli die 23. Hofkultur im Hof des Schifffahrtsmuseums.

Es sind noch ein paar Wochen hin bis zur Eröffnung der fünften Flensburger Jahreszeit – der Hofkultur. Vier Wochen mit fünf Wochenenden bringen Solisten, Duos, Trios und größere Ensembles Weltmusik in die Höfe der Flensburger Hauptachse aus Roter Straße, Holm, Großer Straße und Norderstraße. Viele Flensburger richten ihre Urlaubspläne nach der Hofkultur aus, bleiben in den vier Wochen zu Hause und verreisen davor oder danach.

Wenn die „Gauchos“ ihre Instrumente am späten Abend des ersten Tages eingepackt haben, bleibt die Bühne aufgebaut. Am nächsten Abend wird sie richtig voll: Dann kommt mit über 20 jungen Musikern das Leeds Youth Jazzrock Orchestra aus der nordenglischen Stadt an die Förde. Thomas Frahm aus dem Kulturbüro vergleicht das Niveau der Truppe mit dem schleswig-holsteinischen Landesjugendjazzorchester.

Yoga-Freunde werden den Künstler kennen, der am 24. Juli im Pastoratshof auftreten soll: Andreas Loh. Er hat das Tala-Yoga erfunden, spielt aber auch Klavier, und zwar auf einem neuartigen Una-Corda-Piano. Frahms Kollegin Mareike Hölker vergleicht Lohs Musik mit der von Kollegen Chilly Gonzalez und Ludovico Einaudi – und bezeichnet ihn als ihren Favoriten im diesjährigen Line-up.

Blues-Fans können sich auf einen kleinen Blues-Schwerpunkt freuen. Thorbjørn Risager und Band gehören zu dem besten, was die dänische Blues-Szene zu bieten hat. In Zusammenarbeit mit dem dänischen Kulturverein SSF holt die Hofkultur die Dänen am 4. August in den Hof von Flensborghus an der Norderstraße. Das deutsche Gegenstück heißt B.B and the Blues Shacks, kommt aus Hildesheim und ist ein Urgestein der deutschen Blues-Szene – zu sehen am 28. Juli im Holm-Hof.

Jedes Festival bringt mindestens einen „local hero“ auf die Bühne. Das ist in diesem Jahr der erst 25 Jahre alte Saxophonist Fynn Großmann samt Band: er kommt am 12. August in den Roten Hof. Fast ein „local hero“ ist die Band „Torpus and the Art Directors“, deren Mitglieder ursprünglich aus Niebüll und Umgebung stammen. Sie machen amerikanisch angehauchte Singer/Songwriter-Musik (5. August).

Das Finalwochenende steigt wiederum im Hof der Schifffahrtsmuseums. Dort kommt die junge Soul-Sängerin Miu mit ihrer siebenköpfigen Band. Ihr wurde die Ehre zuteil, als erste Rockband im großen Saal der Elbphilharmonie zu spielen. Am Tag zuvor wagt die Hofkultur ein Experiment: Die Performance-Künstlerin Oceana James von der Insel St. Croix wird im Hof eine Performance zum Thema Sklaverei zeigen. Das passt zum Projekt „Koloniales Erbe“ des Schifffahrtsmuseums anlässlich des 100. Jahrestags der Verkaufs der drei westindischen Inseln – darunter St. Croix – von Dänemark an die USA.

flensburger-ho7fkultur.de

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erstellt am 05.Apr.2017 | 06:27 Uhr

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